Um diesen Inhalt korrekt anzuzeigen, muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein. Ausserdem benötigen Sie den aktuellen Flash Player.

 

Newsletter Anmeldung

 
 

Jordanien - Petra und das Tote Meer

travelstory_img

Die Royal Jordanien ist zwar nicht wirklich königlich aber das Ticket immerhin um zweihundert Euro günstiger und das Economy-Essen um Klassen besser als bei Austrian.

1. Tag: Willkommen in Jordanien!

Wir, dass sind Evelyn und Werner, nahmen vom Flughafen Amman ein Taxi Richtung Innenstadt. Genauer gesagt fuhren wir direkt ins Caravan Hotel. Ein wahrlich grauenhaftes Hotel der unteren Mittelklasse (oder vielleicht besser, der oberen Unterklasse), das eigenartiger Weise bei Lonely Planet nicht so schlecht abgeschnitten hat. Die Dusche schmutzig, die Möbel alt und verwahrlost, die Wände voll mit erschlagenen Mosquitos und die Vorhänge haben seit dem ersten Aufhängen wohl keine Waschmaschine gesehen. Wir würden euch hier gerne eine bessere Alternative empfehlen, aber nach drei Tagen Suche haben wir in der unteren/mittleren Preisklasse nichts Besseres gefunden (solltet ihr etwas Besseres kennen: bitte ein Mail an hello@frangle.org). Für Hotels wie diese empfehlen wir einen dünnen (Hütten-)Schlafsack, da die Bettwäsche höchstwahrscheinlich nicht nach jedem Gast gewechselt wird...


Von einem Traveler wurde uns schließlich Hashimi empfohlen, der angeblich die besten Falafelsandwich der Stadt zubereitet. Auf die Frage, wie wir ihn finden werden, antwortete er, dass wir ihn nicht verfehlen können: Einfach in die Innenstadt und dort findet ihr das einzige Restaurant mit Tischen im Freien sofort. Und tatsächlich, er hatte Recht - in beiden Dingen. Es war tatsächlich das einzige Lokal mit Tischen auf der Straße, dass wir auch sofort fanden. Und das Falafel war frisch und im Geschmack wahrlich ausgezeichnet. Nach einer kleinen Stadtrunde fanden wir den absoluten Geheimtipp: Ein kleines Geschäft, versteckt in einer Seitengasse, belagert von einer Menschenmasse, die sich um eine fetttriefende Nachspeise rauft.

Jordanien, AmmanDer Geschmack ist für den mitteleuropäischen Lightspeisenesser dann doch ein wenig gewöhnungsbedürftig aber falls ihr dort vorbeikommt, müsst ihr allein schon wegen des Gedränges im Lokal und der unglaublichen Atmosphäre hin. Eine Holländerin, die wir dort als einzige Nichteinheimische trafen, sagte uns, dass manche Leute sogar die gesamte Pfanne (Durchmesser ca. 1 Meter) dieses Käsesdesserts in ihre Mercedes stopfen und damit zu ihrer Privatfeier fahren.
Satt und müde marschierten wir schließlich zurück ins Hotel und schliefen erschöpft in unseren Schlafsäcken ein.

2. Tag: Petra

Jordanien, AmmanDa wir nur drei Tage in Jordanien hatten, gingen wir die Reise schonungslos an: Um 6:30 Uhr ging bereits unser Bus nach Petra, der Felsenstadt, die im Dezember 1985 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde. Vollkommen zu Recht übrigens - aber mehr dazu später...
Nach recht angenehmer 3,5 Stunden-Fahrt mit dem Bus (Jett-Bus) von Amman nach Petra hatten wir auch schon den ersten Touristennepp. Normalerweise sind wir die ersten Tage einer Reise noch resistent gegen Nepper und Schlepper und aufmerksam bei "Sonderangeboten", hier aber dauerte es genau fünf Minuten und schon saßen wir auf dem Rücken eines Pferdes in Richtung Eingangsschlucht nach Petra. Da wir nur einen Tag in Petra einplanten, dachten wir, dass wir die ca. 1,5 Kilometer durch den Siq (den Schacht) schnell überwinden und direkt nach Petra reiten. Guter Plan! Aber leider war der Pferderitt nach knapp 300 Meter bereits zu Ende - genau am Eingang zur Schlucht. Gratuliere, die Söhne der Wüste haben die Touristen bereits vor dem Eingang über´s Ohr gehaut!

Jordanien, Petra Jordanien, PetraDurch die Schlucht ist es aber ohnedies beeindruckender zu Fuß gehen, da links und rechts die Wände bis zu 200 Meter senkrecht aufsteigen und die schmalste Stelle bloß zwei Meter beträgt. Allein diese Schlucht wäre schon die Reise wert!!! Auf beiden Seiten befindet sich außerdem eine antike Wasserzuleitung (Trinkwasser in Tonröhren und Nutzwasser in abgedeckten Rinnen), die an vielen Stellen noch ausgezeichnet erhalten sind. Das Wasser kommt übrigens aus einer Quelle aus dem nahen Wadi Musa, dem „Mosestal“.
Nach jeder Kurve stellt sich ein neuer Blick ein, die Farben wechseln einander ab. Aus Rot wird ein helles Braun, dass mit einem tonfärbigem Braun durchzogen ist und sich eine Biegung später zu einem Cremeton verwandelt - einfach unglaublich faszinierend!!!
Und plötzlich tut sich das enge Tal auf und wie aus dem Nichts öffnet sich ein Platz, mit dem man hier nicht gerechnet hat. Der Blick fällt direkt auf das bekannteste Gebäude Jordaniens: Dem "Schatzhaus des Pharaos", ein aus dem Fels gehautes Grabmal mit gewaltigen 40 Metern Höhe und 25 Metern Breite.
Es ist eines von nahezu 1000 Gebäuden. Und sie sind allesamt beeindruckend - egal ob es einfachste Felshöhlen oder Königsgräber, das Römische Theater oder die byzantinische Basilika, die Säulenhalle oder das Felsengrab Ed-Deir sind.
Petra ist wirklich eine Sensation und kann mit den ganz großen Sehenswürdigkeiten der Welt locker mithalten.

Jordanien, PetraJordanien, PetraDer einzige Wehrmutstropfen ist die nahezu unerträgliche Hitze, die auf dem Hochplateau vorherrscht - nicht selten trifft man hier im Sommer auf über 40° Celsius. Wir hatten dieses zweifelhafte Vergnügen und benötigten an diesem Tag 6 Liter Wasser pro Person. Jordanien, PetraJordanien, PetraDas lag aber auch daran, dass wir die Strecke zum oberhalb der Stadt gelegenen Felsgrab Ed-Deir zu Fuß gegangen sind (wir wollten einfach nicht ein zweites Mal geneppt werden und haben den Anstieg bei mörderischer Hitze ohne Esel erledigt). Von diesem beeindruckenden Bauwerk ist es dann nicht mehr weit zum Ausblickspunkt "End of the World". Der Blick über die karge "Mondlandschaft" und der frische Bergwind entschädigen dann für den Aufstieg.
Das Resümee zu Petra: Diese Stadt ist einfach ein Pflichtbesuch, der trotz Hitze und Staub unvergesslich bleiben wird. Es allerdings in lediglich einem Tag zu erkunden, ist nur dann zu empfehlen, wenn man wie wir nur ganz kurz in Jordanien ist.
Zurück in Amman (nach einigen Stunden Schlaf im Bus) sind wir natürlich wieder in die Stadt spaziert und haben uns ein vollständiges Menü bei Hashimi verdient!

3. Tag: "Über den Jordan" zum Toten Meer

Jordanien, Amman

Noch spüren wir die Strapazen vom Vortag aber wir dürfen uns keine Pause gönnen, da in der Nacht bereits unser Flugzeug weiter nach Thailand geht. Da es keine gute öffentliche Verbindung von Amman ans Tote Meer gibt, nehmen wir uns ein Taxi (23,- Dinar hin und retour). Omar, der Taxifahrer, zeigt uns ein wenig die Randgebiete der Millionenstadt. Bald aber sind wir wieder in der Wüste und nach zwei Polizeikontrollen in der Nähe des Toten Meers. Von einer Anhöhe können wir dann sogar "über den Jordan" sehen. Kein wirkliches Erlebnis, da es sich um einen Bach handelt, der, wenn nicht Jesus darin getauft worden wäre, unscheinbar in der Weltgeschichte dahinfließen würde.
Jordanien, Totes MeerWenige Minuten später sind wir dann am Toten Meer. Da es zunehmend an Wasser verliert (bzw. zu viel vom Zufluss abgezweigt wird), sinkt der Meeresspiegel stetig und so mussten wir das Ufer steil bergab gehen um ans Wasser zu gelangen. Frauen haben hier Seltenheitswert und wenn es sie gibt, sind sie nahezu vollkommen verhüllt und stehen mit der Burka im Wasser herum. Dafür ist das gemeinsame Meer mit Israel streng bewacht: Unzählige Polizisten und Militärs sitzen unter den Schirmen - sicher doppelt so viele wie Touristen. Schön ist es nicht am Meer aber sehenswert auf alle Fälle. Und dann erst das Schwimmen. Naja, schwimmen ist es eigentlich gar nicht, denn es dreht einen unweigerlich auf den Rücken und man treibt herum ohne die Chance unterzutauchen. Superlustig!!!
Nach einer halben Stunde und einer Schlammpackung (am Uferboden gibt es den angeblich gesunden dunklen Meeresschlamm) mussten wir aber wieder raus aus dem Wasser, da es in der brennenden Sonnen schlichtweg nicht länger auszuhalten ist. Nun heißt es, duschen, duschen und noch gründlicher duschen um das Salz von der Haut zu bekommen. So, nun haben wir auch schon alles gesehen und es geht zurück in dei Stadt.
Jordanien, AmmanJordanien, AmmanJordanien, AmmanHeute haben wir auch ausgiebig Zeit um den Bazar und die Innenstadt etwas näher kennen zu lernen. Viel zu kaufen gibt es zwar hier nicht, aber die Gerüche der Gewürze, die Früchte, das Gemüse, das geschäftige Treiben und das Flair aus Tausend und einer Nacht sind ein wunderbarer Begleiter des Abschiedsabends.

Weiterreise nach Thailand

Omar, der Taxifahrer, der uns ans Tote Meer fuhr, holte uns pünktlich von Hotel ab und schon sind wir wieder am Flughafen und unsere Reise geht weiter bzw. fängt erst richtig an, da wir die drei Tage in Jordanien als Ouvertüre zu unserer Rundreise Thailand - Kambodscha - Vietnam als verlängerten Stopp-Over eingeplant hatten.

Evelyn & Werner
FRANGLE.org, 2009

← zurück