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Afrika - Madagaskar
zur LänderinfoMadagaskar ist eine Insel vor der Südostküste von Afrika.
Städte
Morondava
Die Küstenstadt Morondava liegt im Westen Madagaskars, direkt am Kanal von Mosambik. Es handelt sich um eine der etwas besser touristisch erschlossenen Städte in Madagaskar, was aber nicht bedeutet, auf Unmengen Touristen zu stoßen. Eher das Gegenteil ist der Fall, dafür gibt es aber einige gute bis sehr gute Möglichkeiten zu Übernachten oder Essen zu gehen.
Der Strand von Morondava ist breit, lang und sauber. Er fällt flach ins Meer ab und ist daher durch den meistens milden Wellengang auch für Kinder (unter Aufsicht) geeignet. Tauchen ist vor Morondava aufgrund der fehlenden Riffe nicht gut möglich, aber mehrere Anbieter bieten Mehrtagestouren mit dem Boot (Motor - oder Segelboot) nach Belo sur mer an, wo Tauchen aufgrund ausgedehnter Korallenriffe gut möglich ist, an.
Viele bekannte Sehenswürdigkeiten Madagaskars liegen innerhalb Tagesausflugsdistanz von Morondava (Allee der Baobabs, Trockenwald Kirindy, Belo sur mer) entfernt oder sind innerhalb von 1-2 Tagen zu erreichen (z.B. das UNESCO Weltkulturerbe Tsingy de Bemaraha). Daher eignet sich Morondava als Stützpunkt für die Erkundung dieser Attraktionen.
Fort Dauphin
Die Stadt Fort Dauphin liegt im Süden der Insel, direkt am Meer. Mit 2-3 guten Hotels und Unterkünften kann man hier v.a. Quad fahren und Ausflüge zu Nationalparks unternehmen. Die Strände sind kilometerlang und einsam - nur ein paar Fischer oder Frauen, die Früchte zum nächsten Ort transportieren sind zu sehen.
Weitere Ziele
Nosy Be stellt das Haupttouristenzentrum dar und begeistert durch Strände mit weißem Sand und einer reichen Unterwasserwelt. Nosy Boraha (Ile St. Marie), an der Nordostküste Madagaskars gelegen ist ein ehemaliges Rückzuggebiet von Piraten. Davon zeugt ein alter Piratenfriedhof in einem Vorsprung in der Bucht im Westen der Insel. Während an der Westküste der Großteil der Bevölkerung wohnt und dementsprechend die meisten Hotelanlagen liegen und im Spätsommer Wale sehr gut beobachtet werden können, können die leeren und durch ein Riff geschützten Sandstrände an der fast unbesiedelte Ostküste durch eine Wanderung und Übersetzen einer Brackwasserlagune mit Mangrovenwald mit einem Boot erreicht werden. Leider ist Nosy Be vor allem durch seinen Sextourismus (leider oft auch mit Minderjährigen)bekannt geworden. Daher kann es als normaler Urlauber sehr unangenehm sein dort zwischen vorwiegend weißen älteren Männern Urlaub zu machen. Andere Orte Madagaskars sind daher zu bevorzugen.
Anreise
Einreisebestimmungen
Es ist möglich, ein Visum direkt bei Ankunft am Flughafen Antananarivo zu kaufen. Der aktuelle Preis beträgt nach der letzten Erhöhung 140.000 Ariary (etwa 54 Euro, Stand Januar 08).
Flugzeug
Von Deutschland gibt es zur Zeit keine Direktverbindung nach Madagaskar (die Verbindung von München wurde vor einigen Jahren eingestellt). Mit der Air France kann man von verschiedenen Flughäfen Deutschlands mit Umsteigen in Paris nach Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars, fliegen.
Des Weiteren fliegt die madagassische Fluggesellschaft Air Madagaskar von Paris und Mailand nach Antananarivo. Der Anschluss an den Air Madagascar Flug von Paris lässt sich gut mit Zubringerflügen der Lufthansa oder Air France erreichen. Ebenso pendelt der französische Ferienflieger Corsair zwischen Paris (Orly) und der madagassischen Hauptstadt.
Regelmäßige Flugverbindungen gibt es noch von Mauritius, La Reunion, Südafrika, Kenia, Hongkong und Thailand.
(Stand Dezember 2006)
Schiff
Madagaskar wird hin und wieder von Kreuzfahrtschiffen angefahren, die aber meistens nur für kurze Zeit anlegen und dann meistens in Fort Dauphin im Süden. Eine weitere Möglichkeit besteht eventuell mit einem Containerschiff, die Madagaskar (meistens die Hafenstadt Toamasina) regelmäßig anfahren, allerdings sollten hierfür einige Wochen eingeplant werden. Ansonsten gibt es keine planmäßigen Schiffsverbindungen nach Madagaskar.
Mobilität
Bahn
Es existiert eine Bahnstrecke von Fianarantsoa nach Manankara.
Sprache
Die Landessprachen sind Madagassisch und Französisch. Die Sprache der Einheimischen wird im Land Malagasy genannt. Sie wird in zahlreichen Dialekten gesprochen. Englisch wird nur in den größeren Städten gesprochen und auch dort nur von wenigen Menschen. Französischkenntnisse sind also von Vorteil. Im Hinterland, z.B. in kleinen Dörfern, wird selbst Französisch oft nicht mehr verstanden. Hier empfiehlt es sich also, einen einheimischen Reiseleiter dabeizuhaben, der dann auch als Dolmetscher fungieren kann.
Kaufen
Die madagassische Währung ist der Ariary. 10.000 Ariary entsprechen ca. 3,77 Euro bzw. 5,72 sFr. 1 Euro entspricht ca. 2.650 Ariary und 1 sFr entspricht ca. 1.750 Ariary (Stand April 2009). Als weitere Währung kann in Madagaskar der Euro angesehen werden, der von vielen Händlern akzeptiert wird. Allerdings bekommt man meistens weniger für seine Euros als mit Ariary und erhält sein Wechselgeld in Ariary, daher empfiehlt sich das Geldwechseln. Ein Rücktausch von Ariary in Euro in seit Kurzem offiziell möglich, allerdings zu einem vergleichsweise schlechten Kurs.
Umtausch von Geld sollte nicht auf dem Schwarzmarkt erfolgen, sondern nur in zugelassenen Wechselstuben. Die Umtauschbescheinigungen sollten aufgehoben werden, da eventuell bei der Ausreise danach verlangt wird. Meistens erhält man auch in offiziellen Büros einen sehr fairen Kurs.
Ariary sollten eigentlich nicht ausgeführt werden, allerdings sind die Regelungen nicht mehr so strikt wie in der Vergangenheit.
Geldautomaten sind nach letztem Wissensstand (Mai 2008) in der Hauptstadt vorhanden und in einigen wenigen größeren Städten (u.a. in Morondava). An diesen Automaten kann mit VISA-Card Geld abgehoben werden. Das funktioniert im Regelfall problemlos. Wer Geld mit Traveller-Cheques abheben will, sollte seine Quittungen vom Kauf derselben aufbewahren, da die Banken sonst keine Reiseschecks annehmen. In kleineren Orten kann das Abheben von Geld - auch mit VISA- oder Amex-Karte - eventuell schwierig werden, daher sollte man immer eine größere Menge Bargeld (am besten in Euro) zum Tauschen dabei haben. Andere Währungen (auch Dollar oder sFr) werden oftmals nicht akzeptiert.
Auf den lokalen Märkten (insbesondere auch beim Souvenirkauf) ist Handeln üblich, sollte aber nicht übertrieben werden. Die angebotenen Waren sind im Regelfall schon vergleichsweise preiswert und man muss die Bevölkerung ja nicht noch zusätzlich um den eh schon kargen Lohn bringen. Ganz aufs Handeln verzichten ist aber auch nicht gut, da sonst eventuell die Preise schnell explodieren könnten.
Unterkunft
Günstige Übernachtungen sind überall entlang der Hauptverkehrsachsen in den Hotely Gasy (sprich Hotelgasch)möglich. Für 2-10 Euro bekommt man ein EINFACHES Zimmer. In den Städten und grösseren Ortschaften hat es auch gemütliche Hotels (bis max. 3 Sterne). Auch 3-Sterne-Hotels mit sehr annehmbaren Standard sind bereits für 20-30 Euro zu haben. Allerdings darf man nicht mit europäischen Komfortvorstellungen an die Sterne-Einteilung herangehen. Für madagassische Verhältnisse bietet ein 3-Sterne-Haus aber sehr guten Komfort, saubere Zimmer, Service, Restaurant etc., Fernseher, Telefon und Internet im Zimmer sollte man aber nicht unbedingt erwarten (vor allem nicht in den kleineren Orten). Dafür gibt es viele sehr geschmackvoll eingerichtete, mit lokalen Materialien gebaute Anlagen mit kleinen Bungalows, die ein tolles Flair verbreiten (z.B. die Isalo Ranch im gleichnamigen Isalo Gebirge, das Hotel Chez Maggie in Morondava oder auch die Eulophiella Lodge in Andasibe/Perinet).
Gesund bleiben
Impfungen
Empfehlenswert ist auf jeden Fall eine Auffrischung der auch in Deutschland empfohlenen Impfungen, also Polio, Tetanus und Diphtherie. Des Weiteren sollten eine Hepatitis A und eine Typhus Impfung in Betracht gezogen werden. Hepatitis B ist dann empfehlenswert, wenn man sich länger im Land aufhält, viel überland unterwegs ist oder engen Kontakt zur Bevölkerung hat. In diesem Fall ist eine Hepatis A/B Kombinationsimpfung die beste Wahl. Tollwut ist eventuell notwendig, wenn man sich im "Outback" aufhält und dort Kontakt mit Tieren wahrscheinlich ist. Ärztliche Hilfe und eine Behandlung mit Immunglobulinen im Falle eines Bisses ist nämlich dann aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung wahrscheinlich nicht mehr rechtzeitig möglich.
Eine Gelbfieberimpfung ist nur notwendig, wenn man aus einem Gelbfieberland einreist, z.B. Kenia. Dann wird sie allerdings bei der Einreise verlangt und muss nachgewiesen werden.
Malaria
Wie in vielen tropischen und subtropischen Ländern gibt es leider auch in Madagaskar eine Malaria-Problematik. In den Wintermonaten von April bis Oktober sind im Hochland (u.a. in der Hauptstadt Tana) nur wenige bis keine Anopheles-Mücken anzutreffen. Im Flachland, im Urwald und an den Küsten ist allerdings ganzjährig ein erhöhtes Malaria-Risiko vorhanden. In Madagaskar wird fast ausschließlich "Plasmodium Falciparum", also der Erreger der gefährlicheren "Malaria tropica" übertragen. Leider bestehen weitgehende Resistenzen gegen die "preiswerteren" Prophylaxe-Medikamente (z.B. Chloroquin). So ist man entweder darauf angewiesen, vergleichweise teure Medikamente einzunehmen (z.B. Mefloquin oder Malarone), oder aber sich nur bestmöglich gegen Mückenstiche zu schützen (Repellent, geeignete Kleidung, Malarianetz) und eine entsprechende Medikation für die Notfall-Therapie mitzuführen. Ein neues Medikament, welches den Wirkstoff Artemisinin enthält, ist leider noch nicht so ohne weiteres erhältlich, ihm wird aber eine hohe prophylaktische Wirkung bei geringen Nebenwirkungen nachgesagt.
Ärztliche Versorgung
In größeren Städten und vor allem natürlich in der Hauptstadt Tana ist eine durchaus annehmbare medizinische Versorgung vorhanden, die trotzdem nicht ganz mit den hohen apparativen und diagnostischen Standards zu vergleichen ist, die man aus Europa kennt. Insbesondere in kleineren Städten und Dörfern kann die Versorgung mit Medikamenten oder ärztlicher Hilfe sehr problematisch werden. Hier sollte man im Vorfeld die wichtigsten Krankheitsbilder in Erwägung ziehen (z.B. Durchfall, Erbrechen, Entzündungen, Malaria etc.) und eine eigene "Hausapotheke" mitführen.
Trinkwasser
Wie in vielen warmen Regionen der Erde, empfiehlt es sich nicht, Wasser aus der Leitung zu sich zu nehmen. Ob selbst das Zähneputzen mit diesem Wasser bereits zuviel ist, wird diskutiert, hier kann jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Will man auf Nummer sicher gehen, ist in jedem Fall die Benutzung von industriell in Flaschen abgefülltem Wasser zu empfehlen.
Baden
Aufgrund der Bilharziose-Belastung vieler Süßgewässer ist das Baden nicht zu empfehlen. Ausnahmen können eventuell schnell fließende Gewässer (auch mit trübem Wasser), also z.B. viele Flüsse oder aber ausgesprochen klare Gewässer sein. Hier kann die als Wirt für die Zerkarien fungierende Schnecke nämlich nicht überleben. Wer sicher gehen will, begibt sich entweder gar nicht ins Wasser oder aber nur kurz und trocknet sich anschließend zügig und gründlich ab, dann hat der Erreger nicht genügend Zeit, sich durch die Haut zu bohren.
Quellen
Texte: www.wikitravel.com, Christopher Kern und andere Wikitravel-Autoren
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