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Sri Lanka - Anna in Sri Lanka Teil 6

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Leute, ich sags euch, ich habe den mit Abstand besten Ort in Sri Lanka aufgespürt. Mein ganz persönliches Paradies: Mambo’s in Arugam Bay. Die andere Welt dort hat mich aufgesaugt für vier wundervolle Tage und meine Synapsen glühen nur so vor Inspiration und Freude über meine neuen Erlebnisschätze. 

Am Freitag Abend ging es wiedermal mit einiger Verspätung los. Chami und seine Freunde haben mich am Abend mit dem Kleinbus abgeholt. Chami habe ich vor ein paar Wochen am Bahnhof kennengelernt, als ich mein Ticket nach Kandy gekauft habe. Es war wiedereinmal so eine intuitive Begegnung. In der Masse an Gesichtern die Sri Lankas Straßen überschwemmen, tritt manchmal eines von ihnen in den Vordergrund, ohne, dass ich weiß warum. Aufgefallen ist er mir unter anderem deshalb, weil er den gleichen coolen Rucksack hatte, wie der Tantrismus Professor an der Uni Wien, dessen Vorlesungen mich sehr bereichert haben. Obwohl er mir aufgefallen ist, bin ich vorerst weitergegangen und habe ihn nicht angesprochen, aber das Leben gibt einem dann oft auf zauberhafte Weise noch eine Möglichkeit und man lauft sich noch einmal über den Weg. So hat er mich zwanzig Minuten später angequatscht und mir erzählt, dass er momentan die meiste Zeit in Arugam Bay verbringt. Wir haben nur zehn Minuten miteinander geredet, er ist Singhalese aber ist in den letzten Jahren hauptsächlich in Indien und Nepal herumgereist. Wir haben Nummern ausgetauscht, damit er mich informieren kann wenn er das nächste Mal von Colombo nach Arugam Bay fahrt, denn mit dem Bus dorthin zu reisen ist mit Sicherheit eine furchtbare Tortur, die ich mir nicht antun wollte, schon garnicht alleine, und Züge gibt es dorthin leider keine.

Am Donnerstag hat er mich angerufen und ich habe spontan beschlossen die Chance zu ergreifen um ENDLICH an die Ostküste zu gelangen. Um circa zehn Uhr Abends ging es dann los, erst nach Hikkadua, in die andere Mambo’s Bar um ein paar Einkäufe abzuliefern und dem Fahrer eine kleine Verschnaufpause zu gönnen. Das Meer in Hikkadua ist zu dieser Zeit sehr stürmisch und reicht bis unter die Bar. Dort sind wir ein Weilchen gesessen und haben Gin Tonic getrunken und die phosphoreszierenden Partikel von Quallen beobachtet, die das Meer in der Dunkelheit grünlich leuchtend an den Strand spült. Dann gegen zwei Uhr Früh ging es weiter nach Arugam Bay, wo wir gegen elf Uhr Vormittag angekommen sind.

Als erstes ging es gleich in die Mambo’s Bar, direkt am Strand wo man die schönen Wellen und die vielen Surfer beobachten kann.  

 

Vielleicht sollte ich einmal erklären, was wie wo und warum Mambo’s ist. Mambo, der Chef (wie zu erwarten), hat seit 10 Jahren das Restaurant direkt an der besten Stelle in Arugam Bay. Eine weitere Bar hat er in Hikkadua, und wenn Mitte Oktober die Saison an der Ostküste vorbei ist, zieht er und seine Crew an die Westküste nach Hikkadua, wo dort die Saison gerade beginnt. Chami hat lange Zeit für Mambo gearbeitet und gehört deshalb sozusagen zur Familie. 

Ach….Mambo’s… es ist mein Paradies…. Eine runde Bar an der Front, in der immer einige der Mambo’s Familie wie in einem Piratenschiff herumwandeln und einen Joint nach dem anderen drehen und trotzdem, faszinierender Weise, niemals Schwierigkeiten haben die Gäste zu betreuen. Eine Feuerstelle in der Mitte, zwei Chill-out-Hütten mit Kissen, Hängematten zwischen den Bäumen und natürlich Bungalows die restlos ausgebucht sind, weiters herrliche Pizza, köstlichen Kaffee (nach Ewigkeiten!!!), wunderbare Milchshakes… und wenn das gleißende Sonnenlicht sich verabschiedet, erstrahlen die vielen bunten Stoffleuchten die Chami aus Indien mitgebracht hat und die vielen Bunten Lichter an der Bar und in den Bäumen. Es ist einfach die perfekte Hippiewelt. 

Und als ob das alleine nicht schon wunderbar genug wäre, ist auch noch die gesamte Mambo’s “Familie” so reich an wunderbar unterschiedlichen Charakteren, dass ich am liebsten den ganzen Tag einfach nur an der Bar hätte sitzen mögen um sie mit strahlenden Augen zu beobachten und mich in ihre Welt hineinzudenken.

Der erste Tag ging schnell dahin, mit baden, lesen in der Chill-out-Hütte und einziehen in einem kleinen Guesthouse zehn Minuten entfernt, in dem ich und die slowenische Mitreisende Tadeia gewohnt haben. 

Nun zum Abend, zur Party meines Lebens! Es war eine Nacht von so unvergesslicher Schönheit, dass ich sie noch an meinem Sterbebett glasklar vor Augen haben werde. Die Sterne haben um die Wette gefunkelt, und weil es kein künstliches Licht gibt am Strand in Arugam Bay, hatte ich dass Gefühl, das ganze Weltall sehen zu können. Zusammen mit den  bunten Lichtern und dem Feuer bei Mambo’s, hat es wie das wunderschönste Gemälde ausgesehen, dass ich jemals gesehen habe. Chami und ich haben die ultimativste, längste und schönste Sternschnuppe beobachtet die man sich vorstellen kann. Sie ist nicht einfach nur kurz am Blickfeld der Erde vorbegezischt, sondern sekundenlang im großen Bogen über den Himmel gesaust und dann weitere unendliche Sekunden in den Tiefen des Weltalls verschwunden, bis der lange Schweif nur noch ein hauchdünner Strich war. Wir haben und vor Begeisterung zehn Minuten lang kaum beruhigen können. Die Musik war auch wunderbar, ein DJ aus Galle hat aufgelegt, der mich unglaublich an meinen Freund Peter erinnert hat (der ebenfalls DJ ist) und es waren mit Abstand die interessantesten Leute auf der Party die ich in Sri Lanka bisher gesehen habe, die diversesten Surferindividuen eben, aus aller Welt. Es ist unmöglich diese ganze wunderbare Partynacht in all ihren Fassetten zu beschreiben, ich habe mich einfach treiben lassen und mit Chami das eine und andere Abenteuer erlebt, wir sind wie Kinder herumgerannt und haben nach Lust und Laune das gemacht, was uns gerade in den Sinn gekommen ist, es war ein einfach unbeschreiblich, diese wohlige Glücksgefühl wenn alle Sinne in reinstem Hochgenuss befriedigt werden…  Die Party ging weiter bis zum Sonnenaufgang, den Chami und ich wieder vom Strand aus beobachtet haben. Wie langsam die Sonnenstrahlen in Pastelfarben die Illusion des hellblauen Himmels über den dunklen Sternenhimmel pinselt, Stück für Stück. Danach bin ich im rotgolden bestrahltem Meer schwimmen gegangen um mich zu erfrischen nach der langen Nacht.. und wieder hatte ich das Gefühl, noch nie etwas so Schönes gesehen zu haben. Die Sonne ist wie ein rotglühender Feuerball über dem Meer gestanden, irgendwie unwirklich, und hat alles in ihr goldenes Licht getaucht und ich habe mich in diesem Anblick verloren, hier und da von einer großen, verspielten Welle umschwappt. Danach sind wir mit den letzten Wackeren Überlebenden noch bis zur Mittagsstunde an der Bar gesessen, haben Kaffee getrunken und zu den letzten Beats geschunkelt, bis endlich alle schlafen gegangen sind. 

 

Die restliche Zeit ging wieder dahin, wie in einem Traum, tun was das Herz begehrt. Schwimmen, essen, Kaffee trinken, Karten spielen, Feuer betrachten, atmosphärische Chillout-Musik genießen… Einmal hat uns Babaya (der kleine Bruder von Mambo), der mit seiner Frau Sari, der surfenden Japanerin mit den Dreadlocks, auf dem Hügel hinter Mambo’s wohnt, von wo aus man eine herrliche Aussicht übers Meer hat, zu Reis und Curry eingeladen, das Sari gekocht hat. Außerdem sind wir auch zwei Mal auf die Peanut-Farm gefahren, ich wollte endlich wissen was es damit auf sich hat, nachdem Chami und alle anderen Leute ständig von der Peanut-Farm gefaselt haben. Es ist sozusagen eine kleine Ranche an einem zwanzig Minuten entfernten, wunderschönen Strand mit ein paar Hütten, die man nur durch einen abenteuerlichen “Weg” durch die Wildnis erreicht (natürlich mit dem Geländejeep). Die Hütten dort hat ebenfalls Mambo gebaut, es ist sozusagen ein Geheimtipp, die private Partyhütte in der Wildnis von Mambo und seinen Freunden und Gästen. Dort kann man auch wunderbar Surfen und Abends muss man aufpassen, dass man keinem wilden Elefanten begegnet. Wir sind gegen Sonnenuntergang hingefahren und am Himmel sind abertausende Libellen umhergeschwebt. Ich habe mich ein bisschen im Surfen versucht (bisher relativ erfloglos) und Muscheln gesammelt und mit den süßen Hundewelpen dort gespielt. Als wir das nächste Mal hingefahren sind, habe ich ein köstliches Barbecue bekommen, frischen Fisch, direkt dort aus dem Meer geangelt, mit Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln in der Alufolie geröstet und Folionkartoffeln dazu… ich war im Fischhimmel, frischeren Fisch kann man nicht essen….

 

 

 

Ach, Mambos… ich will wieder zurück! Bevor die Saison zu Ende ist muss ich unbedingt nocheinmal hin und wenn sie Mitte Oktober nach Hikkadua übersiedeln, dann kann ich noch viel öfter mit ihnen Party machen, denn Hikkadua ist ja nur 2 Stunden entfernt! Juhu! Vielleicht lerne ich dann auch noch wirklich surfen….

Es gibt nur noch zu sagen: DAS LEBEN IST WUNDERBAR!!!

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