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Sri Lanka - Anna in Sri Lanka Teil 8

Ich hatte eine weiteres Mal eine unbeschreibliche Zeit bei Mambo’s…wie auch nicht anders zu erwarten. Mein Mobiltelefon habe ich hartnäckig und erfolgreich ignoriert, jegliches Planen habe ich ebenfalls über Bord geworfen… ich habe für zwei Wochen nur Natur in mich eingesaugt, habe die wunderbaren Menschen bei Mambo’s beobachtet, gemacht wonach mir gerade war, köstlich gegessen und mir über rein garnichts besondere Gedanken gemacht sondern einfach nur GELEBT….es war grandios!
Eigentlich wollte ich ja nur fünf Tage bleiben (wobei ich schon von Anfang an vermutet habe, dass es wohl nicht dabei bleiben wird). Aus den fünf Tagen sind dann jedoch 2 Wochen geworden, weil mein Gehirn den Gedanken ans Abreisen einfach jeden Tag überhört hat. Chami hat mir hinter den Bungalows ein Zelt eingerichtet, mit Matratze, Steckdose für meinen Laptop und einer Glühbirne mit Lichtschalter :-). Als Dank für diese unglaubliche Geldersparnis, da ich nichts fürs wohnen zahlen musste, habe ich Mambo eine neue Website designt (die noch programmiert werden muss) und eine neue Menükarte gestaltet, es lebe der Tauschhandel!

Arungam Bay ist die reinste Safari, es ist so spannend. Schon auf dem Hinweg sind uns in der Nacht einige Elefantenfamilien begegnet, die Straßen werden auch regelmäßig von Unmengen an friedlichen vor sich hinpilgernden Wasserbüffeln bevölkert, wenn sie sich zu ihrem abendlichen Bad in irgendeinen Tümpel begeben. Oft kommt es vor, dass man frei-lebenden Pfauen begegnet, die ihre langen, bunten Schweife von einem tropischen Riesenbaum hängen lassen.
Ja, wenn man in Arungam Bay ist braucht man wirklich keine Safari mehr zu machen, dort sieht man alles umsonst. In den kleinen Tümpel hausen kleine Schildkröten, im Meer hausen sehr große. Auf den Bäumen bei Mambos klettern Chamäleons herum und vor meinem Zelt sprangen in der Früh immer diverse Affenklans durch das Unterholz, so nahe, dass ich wunderbar ihre süßen kleinen Babys beim spielen beobachten konnte. Am Abend kann man im Mondlicht endlose Spaziergänge am menschenleeren Strand machen, ohne dass einen ständig irgendwer belästigt, es ist einfach Natur Pur. An meinem letzten Tag haben Chami und ich noch eine kleine Abenteuerreise mit Mambo veranstaltet, wir sind zu einem weiteren Stück Land gefahren, das er besitzt, circa 2 bis 3 Stunden Autofahrt entfernt. Es ist direkt neben einem Fluss wo Chami und ich ausgelassen wir Kinder gebadet haben. Auf der Rückfahrt hat es dann jedoch aus Strömen zu regnen begonnen, Chami und ich sind dabei ziemlich nass geworden, weil wir im hinten im äußerst undichten Geländejeep gesessen sind. Es war aber eigentlich ganz lustig, ich konnte viele Eindrücke für meine neue Buchidee sammeln, es soll eine Piratengeschichte werden (soviel sei verraten), es war nämlich wirklich wie auf hoher See. Einige Kilometer vor dem heiß ersehnten Ziel, haben wir dann noch zwei Surferinnen aufgegabelt, deren Auto auf dem Weg eingegangen war und haben ihr Auto plus Fahrer erfolgreich abgeschleppt, was dann allerdings das Fahrttempo wieder um einige kmh verringerte… Zu guter letzt ist uns dann auch noch ein ausgewachsenes Krokodil vors Auto gewatschelt, sichtlich empört darüber, dass wir seinen Abendspaziergang gestört hatten. Es wurde aber niemand verletzt oder verzehrt und wir haben alle heil unser Ziel erreicht.
Die restliche Zeit habe ich hauptsächlich mit Lesen in der Hängematte, Mambo’s neue Website gestalten, meine Homöopathie-bücher studieren, Schwimmen, Schreiben und Essen verbracht.

Ein paarmal habe ich auch an der täglichen Yogastunde von Sari teilgenommen, die wirklich unglaublich verrenkbar ist und mich dazu inspiriert hat auch ein Yogameister zu werden. Und ansonsten bin ich meistens einfach nur in meinen schönen Gedanken und meiner Inspiration geschwelgt und habe über das Leben nachgedacht. Die Menschen bei Mambo’s sind so wunderbar zu betrachten, sie sind alle wie große Kinder und so rein und fröhlich und entspannt.
Mir ist aufgefallen, dass Mambo unglaubliche Ähnlichkeit mit Fuchur, dem Drachen von der unendlichen Geschichte hat, was ihn mir gleich noch eine Eckte sympathischer gemacht hat. Auch sein kleiner Bruder Bapaya ist so ein nettes, lustiges Kerlchen und Sari, seine Frau, ist für mich einfach wirklich eine der tollsten Frauen die ich jäh gesehen habe. Sie strahlt so viel Selbstbewusstsein aus aber ist dabei so kindlich und natürlich, wie eine von Hayao Miazaki’s Filmcharakteren. Ich konnte mich wieder einmal einfach nur so sehr daran erfreuen, diese große Freundesfamilie zu beobachten und ihren Umgang miteinander zu studieren. Sie sind alle wunderbar natürliche Menschen, die so Leben wie man leben sollte. Sie sind so unverfälscht und frei von jedem Ärger oder jeder Feindseligkeit und Mambo hat wirklich ein Paradies geschaffen in Sri Lanka, eine kleine Oase der positiven Energie ohne jeglichen Streit und Zwietracht unter den Arbeitern. Alle lieben sie ihren Job, das merkt man ihnen an, sie erfreuen sich daran den Ort sauber zu halten und zu pflegen. In der Früh surren sie alle wie fleißige Bienchen durch den Garten und das Restaurant und jeder macht irgendetwas: Blumen gießen, kehren, Bar putzen und sie machen es mit sichtlicher Freude, auch wenn es einfache Arbeiten sind. Und man fühlt einfach, dass sich die Menschen dort zu Hause und gleichzeitig frei fühlen, es herrscht eine vollkommen andere Energie als überall sonst in Sri Lanka. Es ist für mich wirklich ein Wunder wie Mambo diese kleine heile Welt mit so natürlichen Leuten erschaffen konnte, in Mitten dieser vielen verwirrten und verbitterten Leute auf dieser Insel. Es hat mir so unglaublich gut getan das zu erleben und ich freue mich schon so sehr wenn sie Mitte Oktober alle in Hikkaduwa sind wo ich es garnicht weit hin habe von Colombo und jedes Wochenende hinfahren kann, wenn ich will.
Und Chami ist wirklich auch ein wunderbarer Mensch. Langsam finde ich mich einigermaßen zurecht in der Innenwelt der Menschen in Sri Lanka, viele Menschen, von denen ich anfänglich dachte, dass sie mir immer bleiben werden, sind nach einer Zeit wieder aus meinem Leben verschwunden aus diversen Gründen, manchmal sind sie wirklich wie verwirrte Kinder und es scheint als bräuchten sie das Drama in ihrem Leben zum überleben, leider will ich mit so etwas aber absolut nichts zu tun haben, deswegen trauere ich aber auch nicht um die verlorenen Freunde, ich treffe immer in jeder Situation genau die Menschen die ich brauche zu dieser Zeit und viele Erlebnisse hier haben mir einiges über die Menschen offenbart und gelehrt. Mit Ravi ist es auch nicht mehr so wie am Anfang, auch wenn ich ihn immer noch irrsinnig gern habe und er ein sehr gutes Herz hat, aber auch er ist ziemlich gut darin viel Drama in sein Leben zu lassen und er ist auch ein ziemlicher Geschichtenerzähler und damit zieht er mich oft zu sehr in seine Welt und ich habe erkannt, das diese mir nicht umbedingt gut tut. Deswegen habe ich in den letzten Monaten nicht viel mir ihm gemacht. Aber mit Chami verstehe ich mich wirklich unglaublich gut, er hat etwas sehr kindlich, reines an sich, das meinem inneren Kind sehr ähnlich ist und er ist auch ein Denker und sieht die Welt irgendwie mit den geichen Augen wie ich, er findet die gleichen Dinge schön wie ich und aus denselben Gründen…und vorallem die Menschen. Wir wissen einfach was der andere meint, wir verstehen einander sehr gut und es ist unglaublich angenehm gewesen so viel Zeit mit ihm zu verbringen. Ich möchte unbedingt nächsten Winter mit ihm durch Indien und Nepal reisen, ich weiß er wäre mein perfekter Reisekumpane. Er hat eine wunderschöne Seele, das haben sie eigentlich alle dort… und aus irgendeinem Grund haben wir beide so ein gutes Karma wenn wir zusammen sind, dass wir immer alles bekommen was wir uns gewünscht haben :-)

Einmal haben wir sogar auf der Peanutfarm übernachtet in der Hängematte in einer der halbfertigen Hütten, die noch keine Wände sondern nur einen Boden und ein Dach hatte, so dass ich aus der Hängematte den Mond bewundern und den Geräuschen des Jungels zum Einschlafen lauschen konnte. Am Abend waren wir im warmen Meer schwimmen, danach haben wir Reis und Curry zu essen bekommen und ich war so glückselig und voller Euphorie, dass ich herumgesprungen bin und mich an den Ast einer alten Baumleiche gehängt habe die dort herumgelegen ist, was ich dabei nicht bemerkte war, dass der Baum gar nicht so stabil war wie vermutet, und Chami hat sich todesmutig zu meiner Rettung gestürzt um den umkippenden Riesenast vor meinem Haupt aufzuhalten, leider hat er ihn dann aber auf denKopf bekommen, die Verletzungen hielten sich aber Gott sei Dank in Grenzen :-)!
Die vorerst einzige Dusche haben sie in einen alten Baum eingebaut und das Wasser kommt aus einem der Astlöcher und die Küche steht einfach mitten im Freien in der Botanik. Es war so herrlich so ein vollkommen natürliches Leben zu schnuppern für einige Zeit.. es hat sich so richtig angefühlt. Der Mensch kann wirklich mit sehr einfachen Dingen sehr glücklich sein, wenn er die richtige Einstellung hat, für mich zumindest hätte es kaum etwas wunderbareres geben können als die Baum-Dusche auf der Peanutfarm. In einem Land in dem es nie wirklich kalt ist, ist es eben auch wesentlich einfach so ein einfaches, naturverbundenes Leben zu führen. Ich wäre aber schon froh, wenn ich zumindest in den Sommermonaten in Österreich so hausen könnte, in einer einfachen Hütte ganz in der Natur.
Ja, so habe ich also freudvoll und entspannt mein Hippieleben genossen für zwei endlose Wochen. Meine Körperpflege blieb dabei leider etwas auf der Strecke, da ich kein richtiges Badezimmer zur Verfügung hatte und mich immer an diversen Wasserhähnen im Freien oder der geheimen Dusche in einem der halbfertigen neuen Bongalows geduscht habe (natürlich nur in der Nacht, wenn die Dunkelheit mich vor etwaigen Beobachtern abgeschirmt hat). Deswegen habe ich für mindestens zehn Tage kaum in den Spiegel geschaut, was mich dann eines Morgens auf den Boden der körperlichen Tatsachen zurückgeholt hat, als ich mich im gleißenden Morgenlicht zu einer Inspektion meines Gesichtes in meinem kleinen Taschenspiegel entschlossen habe, und das auch noch nach einer langen, durchfeierten Nacht. Ich sage es euch Freunde, betet zu Gott, dass ihr mich nie so sehen werdet. Meine Augenbrauen waren zu wild wuchernden Haargärten mutiert, der Dreck ist mir nur so aus allen Poren gequollen… Naja.. ich verschone euch jetzt mit den restlichen Details, es war auf jeden Fall ein Erlebnis der anderen Art als ich dieses Monster im Spiegel als mich selbst identifizierte. Das Hippieleben hat eben auf die Dauer doch ein paar kleine Nachteile.
Nach eineinhalb Stunden Unkraut jäten, diversen Urwald-Rodungsmanövern, schweißtreibenden Fußnagelkürzungen, Ganzkörperölungen und feierlicher Gesichtsbemalung, hatte ich zwar einige frühmorgendliche Surfer auf ihrem Weg zum Meer sichtlich verstört, weil ich diese hygienische Intervention hauptsächlich auf meinem Sesselchen beim Strandzugang durchgeführt habe (wegen der guten Lichtverhältnisse), umringt von Pinzetten, Nagelzwickern, frischen Pflastern (für meine unendlichen Moskitostiche), Cremen und Schminkzeug, aber ich fühlte mich zumindest wieder annähernd wie ein meschliches Wesen, dass der Metamorphose zur Berghutze (siehe Doktor Abdul Nachigallers Lexikon der zamonischen Erscheinungsformen von Walter Moers) nocheinmal haarscharf entkommen war. So viel dazu.
Wie auch immer, die Zeit bei Mambo’s werde ich auf jeden Fall nie vergessen, ich habe so viele Bilder in meiner Seele konserviert in dieser Zeit, die alle wieder in geschriebener Form herauswollen.. Die Mambo’s Familie hat mich, wie gesagt, auch zu einer neuen Buch-idee inspiriert in der ich einige der Charaktere klauen und verarbeiten werde, wenn die Zeit reif ist.
Das letzte Wochenende habe ich dann noch mit Maria in Unawatuna verbracht, weil sie am Montag Sri Lanka verlassen hat um nach Bali weiter zu reisen, wir hatten eine sehr entspannte Zeit, haben uns wieder wunderbar unterhalten, wir haben so viele gemeinsame Interessen, es ist wunderbar… Sie sagt ich bin wie eine Tochter für sie, sie fühlt sich so wohl mit mir. Wir haben auch einen Plan geschmiedet, dass ich ihrer jüngeren Tochter (20 Jahre) eine Nachricht schreiben werde, mit der sie und ihre ältere Tochter ungewollter Weise keinen Kontakt mehr haben seit zwei Jahren. Nachdem sie so alt ist wie ich würde sie vielleicht mit mir kommunizieren, ich würde mich wirklich freuen wenn ich Maria in dieser Angelegenheit helfen könnte, sie liebt ihre Tochter so sehr und es macht ihr sehr zu schaffen, dass diese keinen Kontakt zu ihr will. Maria mag nicht perfekt sein, aber wer ist das schon, ich finde auf jeden Fall, dass sie einer der direktesten, umgänglichsten und ehrlichsten Menschen ist, die ich jeh getroffen habe und hoffe, dass ich ihrer Tochter vielleicht eine andere Sicht auf ihre Mutter geben kann, als sie momentan hat.
Meine Innenwelt glättet sich mehr und mehr. Ich fühle mich so sehr in meiner Mitte in den letzten Monaten, dass selbst der dramatische Streit mit Boo mir nur für ein paar Stunden das innere Gleichgewicht geraubt hat. Ich mache mir wegen nichts mehr Stress im Leben, alles kommt so wie es kommen soll und ist genau richtig so. Das Herz ist ein Kompass, und der einzige den man im Leben braucht und wenn man das macht, was man wirklich gerne tut und was man liebt und mit Begeisterung tut, dann finden sich immer Wege das zu tun, man muss nur vertrauen in sich und das Universum haben, dann wenden sich alle Wege in die richtige Richtung und man kann sich nicht mehr verlaufen.
An dieser Stelle möchte ich noch ganz besonders der lieben lieben Edith, der Mutter meiner Freundin Krissi, danken, die mir unbekannter Weise, schon zweimal aus finanziellen Krisen geholfen hat, mit ihren großzügigen Spenden, und auch ihren Freunden die mitgespendet haben möchte ich ganz ganz herzlich danken!! Ich bin so überwältigt von dieser Nettigkeit, dass mir dafür wirklich die Worte fehlen …dass mir jemand, der mich im echten Leben (noch!) gar nicht kennt, so viel Sympathie und Unterstützung und Ermutigung zukommen lässt, dass habe selbst ich mir nicht erträumt. Und am meisten freue ich mich, dass es Menschen gibt, die meine Berichte wirklich mit Freude lesen und gut finden was ich mache und wie ich mein Leben lebe!!! Mein ersten “verdientes” Geld mit meiner Schreiberei, es kann ja nur besser werden, der erste Bestseller ist bald im Laden erhältlich, wartet nur ab ;-)! Und Edith bekommt das erste Exemplar wie versprochen!

Ich werde mich nach dieser ausgelassenen Zeit ohne Sport und reichlich gutem Essen (was seine Spuren hinterlassen hat), intensiv dem Yoga und dem Schreiben widmen und es ein wenig gediegener, akiver und vielleicht etwas geordneter angehen, ohne die herrliche Entspanntheit zu opfern, man muss alles im Leben mit der Ruhe angehen, dann hat es Qualität.
Bis bald meine Lieben, folgt eurem Herzen, macht was euch wirklich glücklich macht, lebt eure Träume und seit dankbar für alles was ihr habt, dann bekommt ihr mehr davon, versprochen!!! Alles alles Liebe und bis bald, eure Anna
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