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Laos - FRANGLE.org goes East 2010

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26. September 2010 - Ankunft in Laos - zwei Tage am Mekong

Unser Boot schlängelt sich gemächlich den Fluss entlang durch bewaldete Karstgebirge. Ungefähr 120 Personen, davon ein Großteil Laoten, tummeln sich mittlerweile dicht gedrängt auf Holzbänken, Bodenmatten, Säcken und Kisten sitzend. Holzbehältnisse und Bambuskäfige mit Hühnern haben auf dem Dach Platz gefunden. Einige Laoten spielen im vorderen Bereich des Bootes am Boden sitzend Karten.

Eine alte Frau nagt genüsslich an ihrem Klebreis mit Hühnchen und frischen aus den Waben gekletzelten Larven. Alle paar Stunden legen wir bei einem kleinen Dorf mitten im Regenwald mit auf Stelzen gebauten Bambushäusern an und laden Menschen, Kisten, Tiere, Mopeds und Lebensmittel aus und ein.


Wir sind nach einer abenteuerlichen Busfahrt von Chiang Mai in Thailand zur laotischen Grenze, dem „Gate to Indochina“, einer Übernachtung im laotischen Grenzort Houay Xai auf dem Mekong gelandet. Zwei Tage brauchen wir mit dem Boot, um zur nächsten Stadt Luang Prabang zu gelangen.

28.Sept. 2010 - Luang Prabang, Laos:
Unser Besuch bei Deak Kum Pa

Ziel unserer FRANGLE-Reise ist es ja vor allem, einige unserer gelisteten Projekte vor Ort zu besuchen und persönlich kennen zu lernen. Infos und Fotos per E-Mail zugeschickt zu bekommen oder Erzählungen zu hören, sind eine Sache, aber dann mitten in einer Schule oder einem Waisenhaus zu stehen, all die Kinder um sich herum zu haben, eine ganz andere. Deak Kum Pa ist ein Heim für Waisen bei Luang Prabang in Laos, dass wir heute besucht haben. Es war ein beeindruckender Ausflug, der uns großen Spaß gemacht und wieder einmal vermittelt hat, auch wenn nur Kleinigkeiten vorbeigebracht werden, dass dies für das Projekt vor Ort trotzdem sehr wertvoll ist.
   

Andrew Brown, ein Australier und Hotelbetreiber der Lotus Villa in Luang Prabang, kümmert sich seit zwei Jahren um das Kinderheim, das vom Staat Laos zu wenig Unterstützung erhält um selbständig unter lebenswerten Bedingungen bestehen zu können.
Wir sind mit  Rädern vom Zentrum Luang Prabangs - einem Ort, dessen Besuch für Laos-Reisende aufgrund der tollen Kolonialatmosphäre mitten am Mekong auf alle Fälle lohnt - in das rund 10 Minuten entfernte Dorf aufgebrochen.

Ein Tipp von uns: Wer von euch irgendwann nach Laos kommt, das Waisenhaus ist sehr einfach zu finden aber holt euch doch in der Lotus Villa im Zentrum Luang Prabangs die Adresse in laotischer Schrift, so könnt ihr unterwegs immer wieder einfach nach dem weiteren Weg fragen, so wie wir das gemacht haben oder einem Tuk-Tuk Fahrer den Zettel mit der Adresse übergeben.

Auf dem Weg haben wir in einem lokalen Laden Zahnpasta, Zahnbürsten und Seife gekauft. (Vielen Dank an Oma Jantscher für diese Unterstützung). Den von Österreich mitgebrachten Rollkoffer mit Schreibmaterialien, Malfarben und Spielsachen schnallten wir hinten auf ein Rad. Und so ging es bei rund 30 Grad und prallen Sonnenschein mit unseren Rädern in Richtung des Waisenheims. Die Adresse war schnell gefunden. Über eine kleine Brücke und vorbei an einer öffentlichen Schule ging es hinein in ein beeindruckendes, grünes Areal mit einem kleinen Empfangsoffice und einer großen Wiese mit darum herum gebauten Schlafsälen, getrennt für Mädchen und Buben, einer Küche, den Toiletten und Waschbassin sowie zwei Klassenzimmern.

Rund 550 Kinder wohnen hier. Man stellt sich so ein Heim vielleicht ein wenig bedrückend und traurig vor aber das war es ganz und gar nicht. Wir kamen genau richtig zur Essensausgabe zu Mittag. Ein Bienenschwarm an Kindern drängte sich um die aufstellten Töpfe mit Suppe und den Bastsäcken voll mit dem hier in Laos typischen Klebreis. Es herrschte ein Riesenwirbel. Jeder schnappte sich sein Essen und lief damit zurück zu seinem Bereich in einem der Schlafsäle, wo dann gemeinsam gegessen wurde. Speisesaal gibt es keinen. Die Schlafräume bestehen aus alten Holzstockbetten, die dicht gedrängt aneinander stehen. Die Kinder schlafen auf einfachen Bastmatten. Hinter jedem Bett ist ein Sack mit den persönlichen Dingen der Kinder verstaut.

Andrew zeigte uns die Baustelle eines neuen Schlafsaals, der gerade gebaut wird um den Kindern ein wenig mehr Raum zu geben. „Aber sicher werden dann auch neue Kinder im Heim aufgenommen werden“, so meinte er.
Die Kinder fühlen sich hier wohl, bekommen zwei Mahlzeiten am Tag, werden unterrichtet und medizinisch versorgt und haben Freunde und eine neue große Familie gefunden. Alles wirkt sehr einfach, wir sahen nirgendwo Spielsachen, die Klassenzimmer bestehen aus einfachen alten Tischen und Bänken und einer Tafel. Gekocht wird in der Küche an einer Feuerstelle, zwei Frauen bereiten am Steinboden sitzend Gemüse und Fleisch für eine Suppe vor.
 
Wir haben mit Andrew auch über das Thema Nachhaltigkeit gesprochen. Natürlich sollen die  Kinder nachhaltig unterstützt und gefördert werden, aber in erster Linie geht es zuerst darum, den Kindern ein Dach über den Kopf und zu essen zu geben. Das sind Dinge, die sie vorher nicht hatten. Es gab auch kein sauberes Wasser, die Toiletten waren in einem miserablen Zustand und von nahrhafter Ernährung war keine Rede. Jetzt bekommen sie regelmäßig auch Fleisch zu essen, können zum Arzt gehen, eine Schule besuchen und werden umsorgt.  Und so sind auch wir zum Schluss gekommen, erst wenn die Grundversorgung geschaffen ist, kann über weitere nachhaltige Schritte nachgedacht werden. Es gibt für dieses Waisenheim viele Plaene...

Unser Eindruck war, den Kindern geht es gut hier. Die Situation ist nie mit unserem Lebensstandard zu vergleichen, wir täten uns schwer, auf Bastmatten zu schlafen, uns jeden Tag mit kaltem Wasser zu waschen und so wenig eigenen persönlichen Platz zu haben aber für die Kinder ist das und vieles andere normal und sie sind glücklich hier. Damit hat auch sicher der hier in Laos verbreitete Buddhismus mit der Lebenseinstellung, damit zufrieden zu sein, was man hat, viel zu tun.


Es war ein toller Besuch mit vielen Eindrücken, Andrew versicherte uns, er freut sich über alles, was vorbeigebracht wird; ob warme Kleidung, Seife, Unterwäsche für Kinder, oder Lebensmittel, alles wird gebraucht und gerne angenommen. Auch Volontäre sind herzlich willkommen.

Wer mehr wissen möchte, hier geht es zum Projekt.

29. Sept. 2010 - Bücherboote am Mekong

Wir sind in Luang Prabang auf ein weiteres, spannendes Projekt gestoßen. In der örtlichen kleinen Bücherei gibt es die Möglichkeit, für wenig Geld Bücher zu kaufen, die dann für zwei sogenannte Bücherboote verwendet werden. Für viele Menschen der ländlichen Region in Laos sind Bücher Luxusartikel und nicht vorhanden. Selbst in Schulen gibt es oft keine Lehrbücher. Ein Bücherboot fährt regelmäßig den Mekong und den im Norden Thailands gelegenen Ou-Fluss entlang, legt bei verschiedenen Dörfern an und bringt  Bücher mit. So wird das Lesen und Bildung in den entlegeneren Dörfern gefördert.

Selbst gebrauchte Kleidung kann bei der Bücherei vorbeigebracht werden und wird in die Dörfer gebracht. Wir konnten das Projekt mit dem Kauf von mehr als 30 Büchern unterstützen (herzlichen Dank an Betting Pugl hierfür) und würden uns freuen, wenn auch andere Traveller bei der Bücherei vorbeikommen. Die Kosten für ein Buch betragen 2 Dollar oder 20.000 Kip. Hier kommt ihr zum Projekt >>

30. September von Luang Prabang über Vang Vieng nach Vientiane

Laos gibt es eine frühmorgendliche Zeremonie, bei der Mönche aller Wats eines Dorfes nach Sonnenaufgang die Straßen entlang marschieren und um Essensspenden bitten. Große Schalen auf Lederriemen hängen an ihren Schultern. Sie wandern in einer langen Reihe die Straßen entlang und danken für die Speisen (hauptsächlich Klebreis) der auf den Gehsteigen hockenden Einwohner.

Die nächste Etappe unserer Reise ging per klapprigem Minibus mit kaputten Stoßdämpfern rund sieben Stunden über eine beeindruckende Bergstraße.in das kleine Städtchen Vang Vieng. Die Rucksäcke waren auf dem Dach angebracht, was sich bei dem auf halber Fahrt aufkommenden Monsunregen als ungünstig erwies.

 

Das unter Backpackern sehr bekannte Vang Vieng ist umgeben von einer tollen Bergkulisse und Reisfeldern und liegt direkt an einem Fluss. Über eine Holzbrücke gelangt man auf eine kleine Insel. Für alle Adventure- und Sportbegeisterten ist die kleine Stadt ein Muss, auch wenn die Alkoholangebote „buy 4 beers get 1 t-shirt for free“ doch abschrecken. Organisiert werden Kletter-, Rafting-, Kayaking-, Caving- und Tubing-Ausflüge aller Art. Unser Trekking-Ausflug mit Guide kristallisierte sich eher als gemütlicher Spaziergang heraus aber von den drei Höhlen, die wir dabei besichtigten, erkletterten und durchschwammen(!),waren wir begeistert. Höhlen kannten wir auch von früher schon viele aber durch keine sind wir so wie hier an einem See durch einen kleinen Spalt in das Höhleninnere geschwommen und dann weiter durch Wasser, Gestein, Schlamm und Sand teilweise auf allen vieren über sandigen bis schlammigen Untergrund gerobbt, durch schmale Felsspalten hindurch geklettert, einen unterirdischen Fluss bis zu den Schultern durchwatet...Wir waren begeistert! Wie wir später auch erfuhren, war die rund 2m lange Schlange, die wir in einer anderen Höhle nicht weit von uns entfernt gesehen hatten, eine Kobra, was die Gruppe nach uns veranlasste, nicht weiter in die Höhle vorzudringen.

Am selben Tag ging es dann weiter in die Hauptstadt des Landes, nach Vientiane. Wer nicht unbedingt dort vorbei muss, sollte es lassen. Außer großteils hässlicher Architektur, heruntergekommenen aber überteuerten Hotels und einer großen Baustelle entlang des Mekongs und Grenze zu Thailand hat die Stadt nicht viel zu bieten. Angebotsschilder für Ticketverkäufe für Busse, Flüge und Züge in andere Städte und angrenzende Länder verraten, dass die Stadt für die meisten nur als Bahnhof für die Reise in schönere Gegenden dient.

Evelyn & Werner, 2010
FRANGLE.org

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