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Philippinen - FRANGLE.org goes East 2010

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26. Okt. 2010 FRANGLE.org auf den Philippinen – Manila und die Reisterrassen bei Banaue

Unsere Runde hat sich auf fünf FRANGLEs vergrößert und ist auf den Philippinen gelandet. Was Manila, die Hauptstadt, angeht, ist unsere Meinung recht gespalten. Einerseits spürt man hier noch das tolle koloniale Flair der Spanier, die vor vielen Jahren hier waren. Viele Straßen sind gesäumt von Häusern im Kolonialstil, deren früherer Prunk sich noch erahnen lässt, Intramuros, der alte Kern der Stadt, ist von dicken Stadtmauern umgeben und dem Fort Santiago bewacht und auch die Sprache der Filipinos lässt spanischen Einfluss erahnen. Bedrückend sind die unzähligen Slumgebiete, heruntergekommenen Straßen, der Müll und die vielen bettelnden Kinder, die uns ungeniert am Arm zupfen um auf sich aufmerksam zu machen. 

Wir werden später auch noch ein Hilfsprojekt in Manila besuchen aber zunächst geht es in die Berge zu den berühmten Reisterrassen bei Banaue, die auch zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurden. Die Fahrt dorthin hat wenig Luxus zu bieten. Mit einem rostigen alten Bus geht es mitten in der Nacht 9 Stunden lang, es sind insgesamt 350 km – dementsprechend kurvenreich und im schlechten Zustand sind die Straßen, und einer Kühlschranktemperatur, die alles und jeden trotz vorgesorgter warmer Kleidung fast erfrieren lässt, in Richtung Norden. Kondenswasser von der Klimaanlage des Busses tropft in regelmäßigen Tropfen vom Dach auf uns herab. Wir sind eingemummt, zittern vor Kälte und sind wütend auf den Busfahrer, der unser Kälteproblem, wie das aller anderen Passagiere überhaupt nicht versteht. „It's cold because we are on the top of the mountain“. Dass die Klimaanlage bläst, lässt ihn kalt.
Es gibt nur ein kurzes Entkommen in die Wärme nach draußen in den kurzen Pausen, in denen der Busfahrer alle zwei Stunden mit Taschenlampe bewaffnet die Radmuttern des Busses nachzieht. Ob das ein gutes Zeichen ist?

Aber als wir ankommen, wissen wir, die Fahrt hat sich gelohnt. Riesige Reisterrassen liegen um uns herum. Wir sind überwältigt von den Farben und der unglaublichen Landschaft.
Viele Straßen in der Umgebung sind aufgrund des Taifuns, der letzte Woche über das Gebiet gefegt ist, zerstört und von Schlammlawinen blockiert. Es gibt daher keine öffentlichen Verkehrsmittel. Wir mieten uns daher einen Jeepney und brechen zu weiteren Reisterrassen in der Umgebung nach Hapao auf. Die Fahrt über Schlammstraßen und Geröll ist ein Erlebnis für sich und was wir dann an Landschaft erblicken ebenso...

28.Okt. 2010 Wahlparty und Noahs Arche in Banaue/Philippinen

Rund 50 Personen, darunter viele Kinder, sitzen dicht gedrängt auf kleinen Schemeln und Holzbänken und sonstigen zu Sitzen umfunktionierten Materialien oder hocken am Boden unter einer Plane vor einem kleinen Häuschen aus Holz und Wellblech. In einer riesigen Pfanne brutzelt Schweine-Fleisch. Ansprachen werden gehalten, es wird gelacht und getratscht.

Wir sind bei unserer Wanderung durch die Reisfelder zufällig zu einer Wahlparty gestoßen und wurden spontan eingeladen, uns dazu zu setzen und mit zu feiern. Am Vortag fand die Wahl zu neuen Bezirksvorstehern statt. Den vielen Wahlplakaten auf den Straßen und Hausmauern nach, ließ wohl jede Familie hier einen Kandidaten aufstellen. Die Leute freuen sich sichtlich über unseren Besuch, wollen alles mögliche über uns wissen. Ein Großteil hier spricht sehr gutes Englisch. Ein alter Mann meinte: „Nein, er sei nicht zur Schule gegangen aber er hätte Englisch von einem Freund gelernt.“ Wir sind beeindruckt.

Wir erfahren viel von den Leuten, kommen mit vielen ins Gespräch. Die Familien hier haben viele Kinder, 7 bis 10 sind kein Einzelfall. Ein Durchschnittslohn, z.B. als Holzschnitzer bedeutet 130 Pesos (ca. 2,5 EUR) pro Tag für Frauen und 250 Pesos (ca. 4,5 EUR) für Männer. „Aber das Leben ist günstig in den Reisterrassen. Das Holz zum Heizen ist gratis, die Heilkräuter für Medizin sind kostenlos, Gemüse wird angebaut und die gute Luft kostet ebenso nichts“, meinte eine Frau, die direkt in einem kleinen bescheidenen Häuschen angrenzend an Reisfelder lebt. Das Haus ihrer Großmutter wurde bei der letzten Schlammlawine nicht weit von uns entfernt mitgerissen aber das ist nicht so schlimm, so lange ihr nichts passiert ist, meint sie. Habseligkeiten gibt es wenige. Reisfeld hätte ihre Familie selbst keines. Nur die ältesten zwei Kinder erben von den Eltern, der Rest geht leer aus. Das sei ganz normal.

Wir wurden zur Feier des Tages auch aufgefordert, eine kleine Rede für alle Anwesenden zu halten. Karin hat das spontan toll mit anschließenden großen Applaus hin bekommen. Gastfreundschaft spürt man in diesem Land mehr als anderswo.

Wer auf die Philippinen kommt, für den ist die Gegend bei Nordluzon mit den beeindruckenden Reisterrassen rund um den Ort Banaue ein Muss. Es gibt direkt im Ort auf einer kleinen Anhöhe ein auffälliges größeres Haus: Noah's Arch – ein Heim für Waisenkinder, das von einem Amerikaner geführt wird. Wenn ihr dort seid, vielleicht habt ihr Lust, kurz vorbei zu schauen. Kleidung und Lebensmittel werden immer gebraucht und die Kinder freuen sich bestimmt über euren Besuch. Fragt einfach im Ort nach „Noah's Arch“ nach.

29.Okt. 2010 Sagada

Särge an Felsen angebracht: Das ist die Attraktion von Sagada, einem kleinen Ort in den Bergen auf 1.500 m Höhe.  Von Banaue brechen wir per Jeepney dorthin auf. Es sind nur rund 30 km aber insgesamt brauchen wir mit einem Buswechsel fast vier Stunden – die Straße dorthin ist atemberaubend, hinsichtlich Landschaft aber auch aufgrund des Sichtwinkel unseres Gefährts – direkt in den Abgrund.

Ein Brauch in Sagada war es und ist es teilweise immer noch, die Toten in Särgen auf Felsen angebracht zu begraben. Weitere Särge findet man in verschiedenen Höhlen im Umkreis des Ortes. Manche Höhlen beherbergen bis zu 100 Särge, die ältesten davon sind bis zu 500 Jahre alt. Wer auch heute  noch in einer Höhle begraben werden möchte, für den ist das eine teure Angelegenheit: Die Götter verlangen für dieses Privileg mehr als 20 Schweine und dreimal so viele Hühner  Eine gruselige Geschichte, diese Plätze zu besuchen.

31. Okt. 2010 Bohol-Island

Nach 13 Stunden Busfahrt von Sagada sind wir wieder in Manila angelangt und fliegen mit ZestAir auf unseren ersten Inselstopp nach Bohol Island. Wer kennt Toby, den kleinen Gnom von Harry Potter? Auf Bohol trifft man auf seine Familie: winzige Äffchen-ähnliche Primaten mit riesigen Augen, einem flauschigen Fell und ungewöhnlich langen Fingern. Diese „Tarsier“ können ihre Ohren in Richtung Geräuschen bewegen und drehen ihren Kopf bis zu 360 Grad.

Ungewöhnlich auf der Insel sind die sogenannten „Chocolate Hills“, rund tausend 50-60 Meter hohe braune, unbewachsene Hügel.
Wir verbringen nur zwei Tage auf Bohol, unser großes Ziel ist die Insel Palawan.

10. Nov. 2010 Palawan-Island

Die Insel Palawan ist die westlichste des philippinischen Archipels und zählt zu den urtümlichsten Naturparadiesen des Landes. Strom gibt es oft nur abends von 18 bis 22 Uhr, das Duschwasser ist kalt, Früchte und Lebensmittel gibt es je nach Lieferung oder Nichtlieferung auf die Insel, die Straßen sind oft nicht asphaltiert und in schlechtem Zustand, dementsprechend langwierig gestalten sich manchmal die zurückgelegten Wegstrecken. Belohnt wird man mit einer unglaublichen Landschaft, weiten Reisfeldern, Stränden mit weißem Sand, Palmenbuchten, türkisblaues Wasser und und Menschen, die Touristen noch mit einem freundlichen Lächeln begegnen.

Wir waren mit dem Bus von Puerto Princesa über den kleinen Fischerort Sabang bis zum Ausgangspunkt des Inselarchipels bei El Nido unterwegs. Gezählte 45 Personen, inklusive Kindern, Hühnern, Säcken, Kisten wurden in den Bus gesetzt und geladen sowie am Dach untergebracht. Rund 20 Personen hätten bei uns in Österreich in en Jeepney gepasst. So ging es zunächst in 3 h Fahrt nach Sabang. Die Jeepneys dorthin fahren vom San José Terminal um 8, 12 und 14 Uhr ab. Von dort ging es 6 h weiter nach El Nido. Die ersten 80 % der Straße von Sabang nach El Nido sind bereits ausgebaut, die restlichen 20 % bestehen aus einer Schotterpiste mit Löchern. El Nido selbst ist Ausgangspunkt für viele kleine Inseln und Buchten, die per Boot erreicht werden können. Wer die typischen Traumstrände sucht, hier wird man fündig und fühlt sich teilweise wie Robinson Crusoe.

Palawan ist auch das letzte Ziel unserer "FRANGLE.org goes East"-Reise bevor es über Manila wieder zurück in die Heimat geht. Wir hoffen, unsere Story hat euch gefallen und ihr findet euch in der einen oder anderen Geschichte irgendwann wieder.

Evelyn & Werner, 2010
FRANGLE.org

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