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FRANGLE goes Round The World - Planänderung

11 - ab nach Hause...
Ihr habt Euch vielleicht schon gefragt, wohin wir verschollen sind, nachdem wir schon einige Zeit nicht mehr berichtet haben. Wie das Leben so spielt, mussten wir unsere Reise leider aufgrund eines familiären Notfalls kurzfristig unterbrechen.
Wir werden unsere Tour und den Hauptteil unserer Reise - den Besuch unserer FRANGLE-Projekte in Südamerika - aber so rasch wie möglich fortsetzen. Ihr lest bald wieder von uns.
Evelyn & Werner
10 - Bula from the Fiji Islands!
Wir waren zweieinhalb Wochen als Backpacker auf verschiedenen Inseln unterwegs und haben die Südsee ganz individuell ohne klassisch hochpreisiges „Resortleben“, für das Fiji bekannt ist, kennengelernt.
Fiji besteht aus mehr als 300 Inseln, viele sind in Privatbesitz oder unbewohnt. Für die kleinsten Inseln, wie Bounty Island, benötigt man nur drei Minuten um einmal im Sand ganz herum zu spazieren. Wegen der wetterbegünstigten Lage in der Regenzeit waren wir im Westen der großen Hauptinsel Viti Levu auf den Inselgruppen der Mamanucas und Yasavas unterwegs. Vom Hauptflughafen in Nadi auf Viti Levu fährt man am besten mit dem Taxi zur Marina nach Port Denarau. Von dort legen Shuttlefähren zu den verschiedenen Inselgruppen ab.

Jede einzelne Insel ist traumhaft schön, man findet Strände wie aus dem Bilderbuch, Kokospalmen, weißen Sand und glasklares Wasser, das in der Sonne türkis schimmert aber doch hat jede Insel seinen eigenen Charme. Auf vielen Inseln hat man die Möglichkeit nahe der eigenen Unterkunft ein Dorf der lokalen Fijis zu finden und kann so auch ein wenig das urtypische Fiji-Leben kennen lernen.
Die meisten Einheimischen sprechen sehr gut englisch und das eine oder andere Wort auf Fiji – neben dem für alles verwendeten „Bula“ - lernt man auch schnell. Die traditionellen Hütten auf den Inseln sind aus geflochtenen Palmblättern gefertigt und tragen ein schilf-ähnliches Dach. In einigen Dörfern stößt man noch darauf und fühlt sich wie im Freilichtmuseum.
Die Hütten bestehen meist aus einem einzigen großem Raum, der gleichzeitig als Wohn- und Schlafraum dient und mit Matten aus gewebten Palmblättern ausgelegt ist. Meist gibt es nur eine kleine Küchenecke mit Gasofen und wenigen Töpfchen und Bechern. Die Ausrüstung ist für unsere Verhältnisse sehr bescheiden. Es gibt keine Tische und Stühle, gegessen wird traditionell am Boden sitzend mit den Fingern.

Auf den Inseln selbst findet man keine Geschäfte oder Märkte. Gemüse und Obst (vor allem Karotten, Bohnen, eine Kartoffel-ähnliche Staude namens Kasava, Kokosnüsse, Bananen und Papaya) werden selbst angebaut. Land wird dafür für alle Familien kostenlos zur Verfügung gestellt. Öl zum Kochen wird aus Kokosnüssen gewonnen. Oft fahren die kleinen Boote zum Fischfang aus. Zu besonderen Anlässen wird auch ein Schwein geschlachtet oder – wie uns ein älterer Mann verraten hat – leider auch immer noch Meeresschildkröten gefangen, die mittlerweile unter Artenschutz stehen. Für weitere Lebensmittel muss ein Boot organisiert werden, dass zur Hauptinsel bis zu 5 Stunden unterwegs ist.
Auf den meisten Inseln gibt es Volksschulen. Danach geht es für viele Kinder mit Schulbooten jeden Morgen zu höheren Schulen auf andere Inseln oder zu Internatsschulen nach Viti Levu, der Hauptinsel. Religion ist wichtiger Teil des täglichen Lebens. Sonntag ist Kirchentag, auch in den Schulen wird mit religiösem Schwerpunkt unterrichtet und in vielen Familien wird vor dem Essen gebetet. Ein Großteil der einheimischen Bevölkerung lebt wie vor 100 Jahren noch vom Fischfang oder arbeitet in einem der Touristenresorts bzw. verkauft Kleinigkeiten wie selbst gebastelten Schmuck aus Muscheln oder Bast an Touristen.

Das Leben ist sehr, sehr einfach, wenn man nicht gerade in einem der Luxusresorts übernachtet. Viele Unterkünfte haben nur kaltes Wasser, die Hütten bestehen oft nur aus Bett, einem Waschbecken und Dusche und es kann schon einmal vorkommen, dass es über längere Zeit keinen Strom gibt. Dafür bekommt man die Möglichkeit, das Südseeparadies preiswerter kennen zu lernen und mit den Leuten in Kontakt zu kommen.
Wenn man Glück hat, wird man vielleicht auch zu einer der traditionellen „Kava-Zeremonien“ eingeladen. Kava ist ein Getränk aus der Wurzel einer leicht berauschend wirkenden Pfeffer-Pflanze, die fein gemahlen und mit Wasser aufgegossen wird. Aus einer Kokosschale wird allen Teilnehmern, die auf einer Bastmatte am Boden um das Gefäß sitzen, Kava gereicht. Mit dem Wort „Bula“, einem einfachen Händeklatschen und einem Lächeln wird die Schale entgegen genommen, in einem ausgetrunken und wieder retour gereicht. Danach muss derjenige dreimal zum Dank wieder klatschen. Der „Ranghöchste“ bekommt immer die erste Schale. Das Ritual kann bis spät in die Nacht andauern und wird unter den Fijis sehr ernst genommen.
Wir haben Kava probiert. Es schmeckt ein wenig wie „Abwaschwasser“ und sieht auch so aus. Aber die Lieder, Musik und Gespräche, die sich während der Zeremonie ergeben, sind ein Erlebnis.
Auf Fiji benötigt man tagelang keine Schuhe und ist nur barfuß unterwegs. Mit kleinen Booten wird man von Insel zu Insel oder zur Fähre gebracht, die jeden Tag einmal die Inselgruppen mit dem Mainlaind verbinden. Es ist sehr einfach und unkompliziert, hier individuell zu reisen. Ein wenig Geduld muss man mitbringen, alles läuft nach „Fiji-Time“. Und am Wort „Bula“ kommt man ohnedies nicht vorbei.
Eines ist klar:
Man sehnt sich schon nach Fiji zurück, wenn man noch gar nicht abgereist ist.
Bula!
9 -Malo E Lelei! – Willkommen im „Kingdom of Tonga“.
171 Inseln mit insgesamt 100.000 Einwohnern werden hier in der Südsee von King George Tupou V. regiert. Vor 5 Tagen sind wir hier in diesem Meer von Inseln am anderen Ende der Welt angekommen „Tonga is the one and only paradise“, das meinte ein Tonganischer Marktverkäufer zu uns, der nach vielen Jahren auf Maui/Hawaii wieder hierher in seine Heimat zurückgekehrt ist.
Alles hier ist „easy going“. Es wird nicht zu viel gearbeitet, haben wir den Eindruck. Das Leben genießen und alles mit Gemütlichkeit angehen ist oberstes Gebot. Sonntag ist Kirchtag. Das heißt, das tägliche Leben steht still. Alle Geschäfte Restaurants, Werkstätten sind geschlossen. Es gibt keine Busse, keine Taxis, die Fähren fahren nicht zu anderen Inseln. Alle Inselbewohner trifft man dann in den vielen verschiedenen Kirchen wieder, die als gesellschaftlicher Treffpunkt gesehen werden. Alle sind wunderschön gekleidet. Viele Männer laufen mit mit schwarzen Röcken umwickelt mit einer Bastmatte, die von einem Band zusammengehalten werden, herum. Frauen tragen weiße Blusen und bunte Röcke von denen Bastquasten baumeln. Wir waren begeistert von den tollen Gesängen, die wir bei einer Messe miterleben durften. Es gibt in den Kirchen eigene Dirigenten nur für den Gesang. In allen Tonarten, mehrstimmig und im Kanon wird gesungen. Bei uns wäre dieses Zusammenspiel unmöglich.

Die umliegenden Inseln rund um die Hauptinsel Tongatapu sind Südseeinseln pur. Kleine grüne Inseln, die in nicht einmal einer Stunde zu Fuß umrundet werden können, weißer Sandstrand, Kokospalmen und türkisblau schimmerndes, flach abfallendes Wasser mit vielen Fischen, die durch die Sonnenstrahlen noch bunter erscheinen.

Tonganer essen gerne und viel. Das sieht man ihnen an. Es gibt wenige Erwachsene, die weniger als 100 kg wiegen. Beleibtheit ist hier noch Schönheitsideal. Es läuft allerdings gerade ein Gesundheitsprogramm um die Tonganer zum abnehmen zu bewegen. Der König mit 70 verlorenen Kilos mit gutem Beispiel voraus.
Drei Tage haben wir auf eine der ältesten Inseln der Südsee – 'Eua – verbracht. Die Fährüberfahrt dorthin war ein Abenteuer. Zwei Schweine, eine Ziege und viele Tonganer haben uns mit Südseemusik-Untermalung aus Lautsprechern begleitet. Es gab sogar eine Schwimmwesteneinschulung auf tonganisch, die von allen Tonganern mit viel Lachen verfolgt wurde. Wir wissen jetzt, wie die Westen funktionieren, haben aber ausser der Vorführweste keine an Bord gefunden...

Auf der Insel hatten wir die Idee, uns Pferde zu „mieten“. Die drei tapferen Gesellen kamen dann auch bald. Wir hatten natürlich vorher nicht überlegt, dass auf der Insel weder Sättel, noch Steigbügel vorhanden sind. Als „Sitzunterlage“ dienten ein Neusack und alte Decken, was den Ritt recht schmerzhaft machte. Am Ende des Tages mussten wir die Pferde nach Hause ziehen, sie waren nicht mehr die Jüngsten. Die Anstrengung machte sich aber bezahlt. Wir trafen an einer wunderschönen Cliff-Landschaft auf Wildpferde. Werner wurde auch nur zweimal abgeworfen oder rutschte besser gesagt samt Heusack, der einfach nicht halten wollte, vom Pferd.

Wir wohnten bei einer Tonganischen Familie und hatten tollen Anschluss und Einblick in den tonganischen Alltag. Taina, die Frau des Hauses, wurde sogar vor vielen Jahren zur „Miss 'Eua gewählt.
Mit dem Flugzeug, einem 8-Sitzer inklusive australischem Piloten, das auf einer Schotter-Graspiste abhob, ging es in 12 Minuten inklusive Start und Landung - dem kürzesten Übersee-Flug der Welt - zurück nach Tongatapu, der Hauptinsel.

Ein Großteil Tongas liegt nur auf 17 m Seehöhe, die höchste Erhebung liegt auf 65 m. Auf den ersten Blick wirkt alles ein wenig verlassen und heruntergekommen. Wir hatten zunächst Mühe, etwas zu essen zu finden. Die Geschäfte sind versteckt hinter vergitterten Gebäuden. Man steht vor den Gittern und versucht einen Blick auf die im hinteren Teil gelagerten Lebensmittel zu erhaschen und bittet dann um die gewünschten Dinge. Alle legen wert auf die „Tonga time“ - nur keine Eile. Schon bei der Einreise an der Passport-Kontolle konnten wir sehen, dass sich hier niemand besonders beeilt und abmüht.

Tonga liegt an der Datumsgrenze und ist das erste Land des neuen Tages. Es gibt keine Kinos, keine Shoppingcenter, keine tollen Restaurants, keine Museen nur viele einzelne Häuser, kleine Geschäfte, die die wichtigsten Lebensmittel verkaufen, einen Fischmarkt, eine Bäckerei, in der es auf uns unverständlichen Gründen nur Süßigkeiten aber kein Brot gibt, eine große Markthalle mit Obst und Gemüse, viele verschiedene Kirchen, Schulen und den Königspalast. Das Leben hier ist einfach aber wir merken, den Leuten geht es gut. Wie unser Tonganer am Markstand schon meinte, hier wartet kein 8 bis 17 Uhr Job auf ihn, es läutet nicht ständig das Mobiltelefon, er muss sich niemand ständig den Kopf zerbrechen. In Tonga lässt es sich leben, und so sind wir jeden einzelen Tag, den wir hier verbringen noch ein wenig lieber hier...

8 - Neuseeland - Endless Summer
Die Wettervorhersage sagte für die nächsten Tage an der Ostküste Wind voraus.Dass hieß für uns, wir fahren noch einmal quer über die Nordinsel nach Raglan zum Kitesurfen. Raglan wurde durch den legendären 1966 gedrehten Surfmovie „Endless Summer“ bekannt und daher war klar, dass wir auch hier her kommen mussten.
Nach zwei tollen Kitesurftagen, war uns Meeresgott Neptun nicht mehr ganz so gnädig und drehte uns mitten am Wasser den Wind ab. Das bedeutete für uns, Kite im Wasser, nach einer Stunde und 3 km mit der Strömung schwimmen, strandete wir umgeben von hunderten Schafen in einer einsamen Bucht.

Thanks an Rob, der uns mit seinem Motorboot zurück zum Kitestrand brachte!! Jetzt heißt es, den Kite, der nähere Bekanntschaft mit den Klippen machte, zu reparieren und unser Equipment für Tonga vorzubereiten denn in zwei Tagen geht es weiter auf die Südseeinsel...

7 - Von der Schwefelstadt Rotorua bis zur Fischauktion auf Coromandel
Rotorua ist Maori-Hauptstadt des Landes und es blubbert an allen Ecken aufgrund der unzähligen heißen unterirdischen
Quellen in der ganzen Umgebung. Rotorua liegt am Ausläufer des Vulkangebietes rund um den Tongariro Nationalpark. Man bemerkt es an dem unangenehmen Schwefelgeruch, der sich über die gesamte Stadt ausbreitet.
Rund um die Stadt gibt es einige Spas, in denen man das vulkanisch heiße Schwefelwasser genießen kann oder mangeht einfach im Stadtpark spazieren und findet Bereiche, aus denen es dampft und der vermeintlich angelegte See doch Vulkanschlamm enthält und die Temperatur die Fische zum schwitzen bringt. Wir waren fasziniert von der Selbstverständlichkeit der Quellen in der Stadt.

Highlight eines Abends in welcher Hinsicht auch immer, war unser Besuch eines „Maori-
Experiences“, dass wir nur jenen empfehlen können, die viel Geld für ein wirklich touristisch gestaltetes Erlebnis gemeinsam mit 300 weiteren Besuchern ausgeben möchten. Wir besuchten Mitai-Village, ein von Nachfahren gestaltetes Maori-Dorf. Wir wurden durch den Wald geführt, bekamen eine doch beeindruckende Vorführung des berühmten Haka-Tanzes, einige Infos zur Lebensweise und dann ging es zum Hangi-Essen, ein auf heißen Steinen zubereitetetes Mahl, dass sich leider als Bierzeltprogrammpunkt mit Saxophon-Entertainment herausstellte...

Von Rotorua fuhren wir weiter an die Ostküste nach Mt. Manganui und Tauranga. Der Strand dort ist genial.. So hingen wir einen ganzen Tag am Meer durch und kochten am Abend im Hostel. 
Die Coromandel Peninsula war als nächste Etappe geplant. Wir kamen erst abends nach einer tollen Fahrt über grüne Hügel, Weideflächen, Wälder und Küstenlandschaft im kleinen Ort Whitianga an und hatten Glück, nach längerem Suchen doch noch eine Unterkunft bekommen zu haben. Endlich sind wir auf unserem Weg auch auf unzählige Kiwi-Plantagen gestoßen und wissen nun, wie sie wirklich wachsen. Bis jetzt sind wir nur im Supermarkt auf Kiwis aus Italien gestoßen.

Durch Zufall kamen wir auch bei einer Charity-Fisch-Auktion vorbei. Eine halbe Stunde später waren wir stolze Besitzer zweier riesiger Butterfische, die wir dann noch mühevoll entschuppen mussten, bevor sie in die Pfanne kamen. Es war ein tolles Festessen.

Einen Tag später fanden wir uns badend in einem heißen Sandloch am Hot Water Beach der Peninsula wieder. Auf diesem Strand gräbt man an gewissen Stellen ein Loch in den Sand und stößt so auf heißes Wasser aus einer unterirdischen Vulkanquelle. Bewaffnet mit einer Schaufel waren wir natürlich mitten drin im Geschehen und gruben uns unseren eigenen heißen Spa.

Zwei weitere Tage auf der Peninsula verbrachten wir direkt im Ort Coromandel, einer alter Goldgräberstadt gleich, mit Saloon, vielen Cafes, einer kleinen Bücherei, einem Supermarkt und vielen kleinen Häuschen im viktorianischen Stil.
Wir saßen gerade in einem Cafe in der Innenstadt als wir die Nachricht hörten, in Christchurch hätte es vor einer Stunde ein Erdbeben gegeben. Die ersten Bilder kamen übers Fernsehen, dass alle mitverfolgten. Weitere Nachrichten über zerstörte Gebäude, verletzte Menschen, Aufrufe, nicht auf die Straße zu gehen, die Telefonleitungen frei zu halten und ähnliches folgten. Wir waren schockiert, waren wir doch erst vor einer Woche genau dort durchgefahren. So weit das Unglück gott sei Dank von uns entfernt war, nahe ging es uns trotzdem...
6 - Auf den Spuren von Herrn Frodo nach Mordor
Nach einer sensationellen Überfahrt von Picton nach Wellington über die Cook-Straße sind wir inzwischen auf der
Nordinsel angekommen. Wellington, die Hauptstadt Neuseeelands gibt sich äußerst cool. Hunderte von Skatern düsen durch die Stadt und generell sind die Leute hier sehr entspannt und noch lockerer als gewohnt. Die Stadt hat für seine geringe Größe ein tolles kulturelles Angebot und ein Museum, wo sich die größen Städte Europas einiges abschauen können. Es gibt aber auch unzählige Bars, Clubs und Restaurants, die zum Durchhängen und Entspannen einladen. Hier lässt es sich wirklich länger aushalten.
Weiter im Norden befindet sich der Tongariro Nationalpark. Schon die Fahrt dorthin ist wirklich sehenswert. An jeder Ecke könnte man aussteigen und Fotos oder Videos machen. Der Park selbst ist auf einer vulkanischen Hochebene mit drei riesigen aktiven Vulkanen. Ein Alpine-Crossing ist einfach ein Muss. Nach einem gemütlichen Ankunftstag mit einem kleinen Walk in einem Kiwigebiet (wir haben natürlich keinen der scheuen Vögel gesehen) und einer Mountainbike-Tour haben wir am zweiten Tag die Megatour gestartet.

Direkt nach dem Start um 7 Uhr Früh ging es auch schon ca. zwei Stunden bergauf bis zur Abzweigung die direkt zum aktiven Vulkan Ngauruhoe führt. Da wir noch vollkommen fit waren, nahmen wir den Hike bis zum Kraterrand auf 2290 Meter in Angriff. Und es war eine echte Challenge: Es wurde stetig steiler und steiler. Das Vulkangestein wurde immer poröser und das Gelände unwegsamer. Bis zum Peak waren wir weitere zwei Stunden unterwegs, wurden aber mit einem mystisch-schönen Ausblick in einen aktiven Vulkan belohnt. Der Abstieg gestaltete sich schwieriger als erwartet, da sich ständig die Steine lösten und wir einfach eine gerade Rinne wählten und den Vulkan hinabrutschten- inkl. Stürze und massig Geröll und Sand in den Schuhen.

Übrigens: Genau dieser Vulkan und die Gegend rundherum waren die Schauplätze für den Dreh zu Herr der Ringe (Herr Frodo musste auch auf diesen Vulkan hinauf, der arme Kerl!)
Weiter ging es über zwei weitere traumhaft schöne Krater und herrlich türkisblaue Vulkanseen und warme Quellen zum Endpunkt der Tour. Nach mehr als neun Stunden war der Track zu Ende und wir vollkommen erschöpft aber auch gleichzeitig glücklich und stolz, diese Tour hinter uns gebracht zu haben. Nun haben wir uns ein heißes Bad im Spa und unseren Kaiserschmarrn verdient..

5 - Nelson und Abel Tasman Nationalpark
Da wir schon in Nelson sind, bietet sich natürlich eine Wanderung im Abel Tasman-Nationalpark an. Es ist zwar der kleinste Nationalpark Neuseelands, dafür hat er aber die meisten Besucher. Und das voll zu Recht. Man kann die gesamte Küstenlinie entlang wandern und in kleinen Unterkünften oder im eigenen Zelt auf vielen Campingplätzen unterwegs nächtigen. Es gibt auch ein tolles Service das Water-Taxi, das einen zum gewünschten Ausgangspunkt der Wanderung führt, sodass man den Track nicht hin und retour gehen muss.
Am Vortag war Wind und da wir lange am Wasser Kitesurfen waren, wählten wir eine gemütliche Tour mit knapp 5 Stunden Gehzeit. Wir gingen nach knapp 30 Minuten im Speedboat in Torret Bay an Land und begannen den Tag mit einem herrlichen Frühstück am Strand.
Schon nach wenigen Minuten ging es in den Urwald, der direkt bis ans Meer reicht. Riesige Farne, die eher Palmen gleichen und eine ungewöhnlich variantenreiche Vegetation überraschen uns nach jeder Wegesbiegung. Das Gelände wechselt ständig und führte uns nach knapp zwei Stunden zu einem tollen Platz, dem Kleopatras-Pool. Hier bildeten Felsformationen einen natürlichen Pool inklusive einer Wasserrutsche. Das Wasser ist zwar mit etwa 12°C empfindlich kalt aber einen solchen Spaß kann man sich einfach nicht entgehen lassen und muss einfach hineinspringen. Kaum eine viertel Stunde entfernt wartet schon die nächste tolle Action: Ein Sprung von einer Sandsteinklippe in das kristallklare Wasser des Flusses erfrischt und macht Lust auf´s Weiterwandern.
Immer wieder kann man zu einsamen wundervollen Buchten hinabsteigen, die entlang des Weges wie auf einer Perlenkette aufgefädelt auf ein Picknick warten. Wir hatten ja genug Zeit, also nutzen wir eine geschützte Bucht für eine ausgedehnte Rast eher wir den Track bis ans Ende gingen.
Nach knapp zehn Stunden waren wir wieder am Ausgangspunkt und gerade noch rechtzeitig um 20 Uhr zu Pudding und Eis zurück im Hostel in Nelson.
Das Tasman Bay Backpackers-Hostel in Nelson können wir Euch aber nicht nur wegen des wundervollen Gratis-Schokopuddings empfehlen. Das eigentümergeführte Hostel ist so richtig gemütlich und man fühlt sich sofort wie zu Hause.
4 - Welcome to Kiwi
Pinguine und Kühe in unmittelbarer Nähe, Gletscher und Strand nur eine Fahrtstunde entfernt – wir sind in Neuseeland angekommen, und wow - wir sind einfach begeistert. China, von wo wir nach 11 Stunden Flug gelandet sind, und Neuseeland sind nicht zu vergleichen. Die Kiwis, so nennen sie sich selbst) sind offen, gutgelaunt, kontaktfreudig und für uns Europäer fast ungewöhnlich freundlich. China war im Vergleich sehr verschlossen und Kommunikation nicht zuletzt aufgrund der fehlenden gemeinsamen Sprache beinahe nicht möglich.
Das Kiwi-Englisch ist zwar recht gewöhnungsbedürftig (Ein „please go to the chicken counter“ am Flughafen entpuppte sich als Aufruf zum „check-in counter“ zu gehen) aber nach einigen Tagen und etwas Kreativität geht’s dann doch.
Beinahe vier Wochen haben wir für Nord- und Südinsel eingeplant. Da es für die Größe und die bergige Landschaft recht knapp ist, haben wir ein kleines weißes linksgesteuertes Auto gemietet - rechtsgesteuert natürlich. An den ersten Tagen ist es schon ungewöhnlich links zu fahren und da auch der Blinker auf der falschen Seite ist, passiert es anfangs regelmäßig, dass man bei abbiegen den Scheibenwischer einschaltet ;-)

Das Busnetz ist zwar sehr gut ausgebaut und die Tarife sehr gering, bei wenig Zeit macht aber auf alle Fälle ein Auto Sinn, da gerade hier vor allem der Weg und die Landschaft Ziel der Fahrt sind. Wenn Ihr länger in Neu Seeland seid, solltet Ihr ein Auto oder einen Campervan. In vielen Hostels findet Ihr Anzeigen und wenn eine Warranty of Fitness (TÜV bzw. Pickerl) vorhanden ist, so ist eine Anmeldung sehr einfach möglich. Am Ende der Reise könnt ihr das Auto problemlos verkaufen oder für eine geringe Pauschale verkaufen lassen.

Auf der Südinsel haben wir die Uferstraße Richtung Süden nach genommen und sind schließlich in Dunedin gelandet. Eine nette Kleinstadt im viktorianischen Stil, die sich den Charm des letzten Jahrhunderts behalten hat. Dunedin liegt in einer fjordähnlichen Bucht, die von der Halbinsel Otago geschützt ist. Dort finden sich neben Seehund-Kolonien auch Albatrosse und sogar Pinguine. Genauer gesagt sind es die kleinsten Pinguine der Welt, die in der Dämmerung in der Pilots-Bay an Land kommen und den Strand entlang zu Ihren Nestern watscheln. In Dunedin ist es uns auch passiert, dass wir am Abend bei Regen und 8°C schlafen gingen und am nächsten Morgen bei wolkenlosem Himmel und Sonnenschein und 33°C aufwachten. Solche Wetterumschwünge sind hier sehr häufig und durch den ständig wehenden Wind auch sehr schnell möglich. In Dunedin fanden wir auch ein wundervolle Strände. Durch Zufall fanden wir Long Beach im Norden der Stadt, der aufgrund des Zusammenkommens von Bergen im Hinterland, eines Flusses und eines wundervoll endlosen Sandstrandes einfach unübertrefflich schön ist. An diesem Platz sehen wirklich die Schafe und Kühe auf den Strand hinab.
Das Hinterland ist dem österreichischen Almenland nicht unähnlich lediglich der Wind trocknet den Boden rasch aus und daher findet man an jedem Acker und jeder Wiese eine Bewässerungsanlage.
Auch einen Kitestrand haben wir in Dunedin gefunden. Direkt am Ende des Fjords, nahe dem Hafen bietet eine Bootsslipstelle einen guten Einstieg ins doch recht antarktische Wasser.
Nach Dunedin sind wir weiter nach Arrowdown, einem ehemaligen Goldgräberdorf in den Bergen, die viele ihrer antiken Gebäude mustergültig renoviert hat. Die Szenerie wirkt jedoch aufgrund der vielen Touristen eher wie Disneyland und daher sind wir recht rasch ins nahe Queenstown weitergefahren.
Diese Stadt ist ein wahres El Dorado für Outdoorfans. Hier kann man aufgrund der wunderbaren Umgebung nahezu jeden Sport und jede Action erleben und mitmachen: Bergsteigen, Mountainbiking, Rafting, Bungeejumping, Skidiving, Canyoning, Jetboat, Helikopterflüge usw.
Aber man muss auch viel Geld einpacken, da sich die Anbieter die Action auch gut zahlen lassen.

Zurück über die Berge in den Norden der Südinsel sind wir schließlich in Nelson angekommen. Das Klima hier ist einfach traumhaft. Nahezu jeden Tag scheint hier die Sonne und das Meer ist bereist deutlich wärmer als im Süden. Nelson ist neben seinen drei Nationalparks auch für die nahezu perfekten Kitestrände bekannt. Wir haben einen Traumtag erwischt: konstante 4-5 Bft. kristallklarer blauer Himmel und von Flachwasser bis zu einer Dünung von knapp 1,5 Meter war alles dabei. Lediglich auf die Sonne sollte man hier in NZ aufpassen, da schon eine halbe Stunde ohne Sonnenschutz zu einem gehörigen Sonnenbrand führen kann.
In Nelson lebt es sich gänzlich gemütlich, die Leute sind noch freundlicher und entspannter als man es ohnehin schon von den freundlichen und entspannten Kiwis gewohnt ist. Kaum einer lässt Dich ohne eine kurze Konversation gehen. Egal, ob beim Geldwechseln, im Supermarkt oder bei einem zufälligen Treffen am Strand – jeder begrüßt Dich nett als ob er Dich schon lange kennt und fragt was Du heute gemacht hast, wie lange Du schon hier bist und was Du noch vorhast...

Morgen geht´s dann zum Abel Tasman National-Park - ca. 6 Stunden Wandern entlang der Küste...
3 - Asias Megacity HongKong
11 Tage sind wir hier in HongKong. Wir sind einfach begeistert! Hongkong kennt man eher als Businesstreffpunkt der Superlative, als den asiatischen Börsenplatz und die Megacity schlechthin. Doch die Stadt am Ende des Pearlriver hat uns vollkommen überrascht: Es übertrifft New York City in seiner Hektik und Überdimensionalität bei weitem und gleichzeitig genießt man die vollkommene Ruhe auf einer der unzähligen vorgelagerten Inseln oder in den unberührten Naturparks am Festland.

Kaum zu glauben, aber 80 Prozent der Fläche Hongkongs ist naturbelassene Waldfläche. Die restlichen 20 Prozent aber haben es in sich: Modernste Architektur, schillernde Hausfasaden, High-Tech wohin das Auge sieht. Aber auch 50 Jahre alte Fähren und noch ältere Straßenbahnen beherrschen das Stadtbild.
Hongkong ist eine gelungene Mischung aus Tradition und Moderne, westlicher und östlicher Kultur und Nationalitäten. Hongkong ist aber vor allem die pulsierendste Stadt, die wir je gesehen haben. Für Autofanatiker ist diese Stadt aber eine wahre Besonderheit: Auf HK-Island sieht man neben den unzähligen Taxis vor allem Luxuskarossen aller Marken. Kaum fährt ein Ferrari ums Eck, wird er von einem Bentley überholt, der wiederum von einem Aston Martin und einem Rolls Royce gefolgt wird. Die neuesten Modelle von Mercedes, Porsche und Lexus fallen in diesem High End-Corso gar nicht mehr auf. Der Luxus kennt hier keine Grenzen. Wir treffen in der Causeway Bay auf jede Nobelmarke, die hier exklusivste Shops betreibt. Während man jedoch in Paris oder London stets an leeren Cartier- oder Gucci-Filialen vorbeigeht, sind hier in HK die Geschäfte voll.

Wir sind dem Kaufrausch nicht erlegen, da unsere Freigepäcksgrenze bei 23 kg liegt und wir ja unser Kitesurf-Ausrüstung auch dabei haben. Zum Surfen ist das Wasser ein wenig zu kalt. Wir ließen es uns aber nicht nehmen, bei einem Ausflug auf die Insel Cheung Chang den beliebtesten Surfstrand zu besuchen und zumindest die Zehen ins 14°C kalte Südchinesische Meer zu stecken - brrrrrrrr.

Die Fähren sind alle sehr preiswert - je nach Entfernung vom Festland oder HK-Island sind zwischen € 1 und € 3 zu zahlen. Die Überfahrt ist meist in modernsten Speed-Katamaranen. Lediglich die Hafenüberfahrt ist in den klassischen Starferries, die teilweise einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Auch sie sind sehr günstig - eine Hafenüberquerung kostet ca. € 0,30 und bietet einen unvergleichlichen Blick auf die Skylines beider Seiten. Wenn man die Überfahrt zwischen 20:00 und 20:15 Uhr nimmt, bekommt man jeden Abend eine tolle Lichtershow zu sehen, bei der die Hochhäuser koordiniert leuchten sowie Scheinwerfer und Laser ins nächtliche Hongkong senden. Diese Lichtershow ist natürlich auch sensationell vom Pier in Kowloon und natürlich vom Victoria Peak zu sehen.

Der Viktoria Peak ist der höchste Punkt von HK-Island und am leichtesten mit der Peak-Tram, einer wirklich sehenswerten Standseilbahn, zu erklimmen. Oben angekommen, empfiehlt es sich einige Zeit und vielleicht den einstündigen Rundwanderweg einzuplanen.

Zusammenfassend ist HK eine fesselnde, faszinierende Stadt der Superlative. Man sollte mindestens eine Woche einplanen um auch ein wenig abseits der bekannten Touristenrouten und Märkte die Ruheoasen der Inselwelt zu erkunden. Ein echter Nachteil muss allerdings erwähnt werden: Die Luftqualität ist aufgrund der vielen Fabriken im nahen chinesischen Shenzhen eine Belastungsprobe für Hals und Lungen. Wir haben dieser Tatsache nur eines entgegenzusetzen: Nach zehn Tagen in HK geht es weiter ins reine Naturparadies von New Zealand...
2 -Xi'ans vergessene Krieger
China, Jänner 2011
Mit dem Nachtzug ging es von Beijing nach Xi'an. Die berühmte Terracotta-Armee wartet schon seit 2000 Jahren dort, sie
hatte sich einen Besuch verdient.
Ein Heer aus ungefähr 7000 lebensgroßen Soldaten, Streitwagen und Pferdegespannen wurde erst vor ungefähr 30 Jahren entdeckt und diente dem ersten König Chinas als Grabwache. Das Besondere daran, keine der Figuren gleicht der anderen.
Es scheint, als würden die einzelnen Soldaten doch irgendwann wieder auferstehen, so echt sehen sie uns. Jeder der Krieger hielt eine Waffe in Händen und war zur damaligen Zeit farbenprächtig bemalt.

Der Haarschmuck und die Ausstattung deutete auf den unterschiedlichen Rang der Soldaten hin. Ein bald nach Fertigstellung gelegtes Feuer und
Plünderung vernichteten die Farben und viele der Figuren, die jetzt mühevoll aus Scherben wieder zusammengesetzt werden.
Es gibt unzählige angebotene Touren zu dem ungefähr eine Stunde entfernten Areal. Wir haben uns auf die Suche nach einem lokalen Bus dorthin aufgemacht, was wir aufgrund des Preises und dem Erlebnis einer Fahrt mit dem lokalen Bus jedem empfehlen können - einfach den Bus 306 und 307 vom Bahnhofsvorplatz nehmen und bis zur Endstation fahren.
27 Stunden im Zug in den Süden nach Guangzhou am Perlenfluss
Am 3. Februar wird in diesem Jahr das Chinesische Neujahr gefeiert, was bedeutet, das ganze Land verfällt in den Ausnahmezustand. Individuelles Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist zwei Wochen vorher bis eine Woche danach beinahe unmöglich. Wir haben uns nach einem direkten Zug nach Hongkong erkundigt – für die nächsten vier Wochen waren alle Kategorien ausgebucht. So sind wir in Guangzhou gelandet, einer Stadt ungefähr 3 Stunden nördlich von Hongkong, von der wir vorher noch nie etwas gehört hatten. Vorher hatten wir noch eine 27stündige Zugfahrt erfolgreich überstanden. Die Kategorie „Hardsleeper“, was einem offenen 6er-Abteil mit Liegen entspricht, entpuppte sich bequemer als angenommen - wenn man von der Kühlschrank gleichen Temperatur der ersten Stunden absieht. Die Chinesen haben uns nett aufgenommen und wir konnten sogar, nachdem uns ein Kellner im Essenswagen ganz selbstverständlich eine chinesische Speisekarte ohne Bilder gebracht hatte, für uns „Essbares“ bestellen.

Von Guangzhou waren wir begeistert und können die Stadt als echten Geheimtipp wärmstens weiterempfehlen. Ein Highlight ist auf alle Fälle der Qing-Ping Markt im Zentrum der Stadt. Haiflossen, getrocknete Kröten, Korallen, Seepferdchen, undefinierbare Gewürze, Schlangen und viele weitere Dinge, die man nicht so einfach durch den Zoll bringen könnte und sollte, werden dort ganz selbstverständlich feilgeboten.

Wir sind in Guangzhou auch auf ein neues chinesisches Projekt gestoßen, dass wir gerne auf FRANGLE.org aufnehmen
werden: „The Good Rock Foundation“. Die Organisation unterstützt vor allem Kinder und Jugendliche im Westen Chinas und betreibt dort auch ein Waisenhaus. Wir haben Corina und Marco getroffen, die in Guangzhou für das Projekt arbeiten und ein Geschäft betreiben, dessen Erlös den Kindern zu Gute kommt. In den nächsten Tagen werden wir uns noch mit dem Büro in Hongkong und der Leiterin der Organisation, einer in Hongkong lebenden Britin kurzschließen.
Drei Tage später haben wir es dann schließlich doch nach Hongkong geschafft – inklusive Passkontrolle und Grenzübergang von China...
1 - Pekingente, Wandern auf der großen Mauer und nix verstehen Englisch
China, Jänner 2011
Ein enthusiastisches „Nihao'“ - sicher unwissentlich falsch ausgesprochen - und ein pantomimisches Nachahmen mit beiden Händen eines im Wasser schwimmenden Fisches. Wir sind auf unserem ersten Stopp unserer FRANGLE goes Round the World-Tour gelandet und bestellen in einem chinesischen Restaurant mitten in der Pekinger Altstadt unser Abendessen. Die Schrift auf der Speisekarte ist nicht lesbar und die kleinen Bildchen daneben beschreiben nur schemenhaft die angebotenen Gerichte. Bei Hühnerfüßchen in Suppe, Pekingente und Innereien in allen Variationen und Zubereitungsarten wollen wir nicht zu viel riskieren. Aber wir können beruhigen. Bis jetzt hatten wir mit dem Essen meistens Glück.

Auch sonst ist Kommunikation hier eine spannende Herausforderung. Englisch spricht hier kaum jemand. Ein Taxifahrer, der unseren englischsprachigen Stadtplan sieht, will uns gleich wieder hinaus komplimentieren aber wir kommen ihm gut vorbereitet mit einem Zettel unserer Destination auf chinesisch geschrieben zuvor. Zum Glück baten wir den Rezeptionisten unseres Hostels uns die wichtigsten Punkte unseres Ausfluges auf chinesisch aufzuschreiben. Auch am Nordbahnhof der Stadt, einem der wichtigsten Bahnhöfe, gab es von 20 keinen einzigen englischsprachigen Schalter oder nur eine Person, die uns bei unserem Ticketkauf in die nächste Stadt weiterhelfen konnte. So mussten wir dort unverrichteter Dinge abbrechen und zum nächsten Bahnhof weiterfahren. Peking und die Chinesen sind in vielerlei Hinsicht interessant und ungewohnt. An jeder Straßenecke, in jedem Geschäft und jedem öffentlichen Platz trifft man Wachpersonal in grünen Uniformen an, selbst in U-Bahnen wird kontrolliert und das Gepäck gescannt. Geldwechseln in einer Bank bringt einen zum Staunen. Man sollte dafür zumindest eine viertel Stunde einplanen sowie seinen Reisepass und Geduld für bürokratisches Arbeiten mitbringen. Vier Formulare müssen ausgefüllt und der Reisepass zweimal kopiert werden. Dann werden alle Daten in einen Computer getippt. Zu guter Letzt muss noch unterschrieben werden, bevor man endlich chinesisches Geld in Händen hält.

Busfahren in China ist ebenso ein wenig anders als bei uns. Neben dem Busfahrer arbeitet ein eigener Ticketverkäufer im Bus, dessen Aufgabe es ist, den Ticketautomaten an der Tür zu überwachen, Tickets an Fahrgäste zu verkaufen aber auch lautstark über Lautsprecher nach draußen den Verkehr rund um den Bus zu dokumentieren und zu regeln.

Wer nach Peking kommt, für den ist der Besuch der chinesischen Mauer ein Muss. Wir haben einen weniger restaurierten Teil und somit eine der urtümlichsten Mauerpassagen in Jinshaling rund 120 km nordöstlich von Peking besucht. Fast 6000 km windet sich das beeindruckende Bauwerk durch das Land an der früheren Grenze zur Mongolei. Man kann stundenlang auf der Mauer entlangspazieren, jeder Abschnitt mit den Wachtürmen ist ein wenig anders und die Landschaft scheint wie im Bilderbuch.

Einkaufen in Peking, ein unglaubliches Shopping-Paradies mit unzähligen Straßen-Märkten und Kaufhäusern wie die Silkroad oder der Pearlmarket, muss auf dieser Reise leider entfallen. Unser Rucksack ist schon vollgepackt, unsere Kiteboards mit dabei und so reisen wir weiter ins Landesinnere Chinas.
Evelyn & Werner
FRANGLE.org - Reisen und Helfen


