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BULA aus Fiji!

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Backpacking auf Fiji

Wir waren zweieinhalb Wochen als Backpacker auf verschiedenen Inseln unterwegs und haben die Südsee ganz individuell ohne klassisch hochpreisiges „Resortleben“, für das Fiji bekannt ist, kennengelernt.

Fiji besteht aus mehr als 300 Inseln, viele sind in Privatbesitz oder unbewohnt. Für die kleinsten Inseln, wie Bounty Island, benötigt man nur drei Minuten um einmal im Sand ganz herum zu spazieren. Wegen der wetterbegünstigten Lage in der Regenzeit waren wir im Westen der großen Hauptinsel Viti Levu auf den Inselgruppen der Mamanucas und Yasavas unterwegs. Vom Hauptflughafen in Nadi auf Viti Levu fährt man am besten mit dem Taxi zur Marina nach Port Denarau. Von dort legen Shuttlefähren zu den verschiedenen Inselgruppen ab.

Jede einzelne Insel ist traumhaft schön, man findet Strände wie aus dem Bilderbuch, Kokospalmen, weißen Sand und glasklares Wasser, das in der Sonne türkis schimmert aber doch hat jede Insel seinen eigenen Charme. Auf vielen Inseln hat man die Möglichkeit nahe der eigenen Unterkunft ein Dorf der lokalen Fijis zu finden und kann so auch ein wenig das urtypische Fiji-Leben kennen lernen.

Die meisten Einheimischen sprechen sehr gut englisch und das eine oder andere Wort auf Fiji – neben dem für alles verwendeten „Bula“ - lernt man auch schnell. Die traditionellen Hütten auf den Inseln sind aus geflochtenen Palmblättern gefertigt und tragen ein schilf-ähnliches Dach. In einigen Dörfern stößt man noch darauf und fühlt sich wie im Freilichtmuseum.

Die Hütten bestehen meist aus einem einzigen großem Raum, der gleichzeitig als Wohn- und Schlafraum dient und mit Matten aus gewebten Palmblättern ausgelegt ist. Meist gibt es nur eine kleine Küchenecke mit Gasofen und wenigen Töpfchen und Bechern. Die Ausrüstung ist für unsere Verhältnisse sehr bescheiden. Es gibt keine Tische und Stühle, gegessen wird traditionell am Boden sitzend mit den Fingern.



Auf den Inseln selbst findet man keine Geschäfte oder Märkte. Gemüse und Obst  (vor allem Karotten, Bohnen, eine Kartoffel-ähnliche Staude namens Kasava, Kokosnüsse, Bananen und Papaya) werden selbst angebaut. Land wird dafür für alle Familien kostenlos zur Verfügung gestellt. Öl zum Kochen wird aus Kokosnüssen gewonnen. Oft fahren die kleinen Boote zum Fischfang aus. Zu besonderen Anlässen wird auch ein Schwein geschlachtet oder – wie uns ein älterer Mann verraten hat – leider auch immer noch Meeresschildkröten gefangen, die mittlerweile unter Artenschutz stehen. Für weitere Lebensmittel muss ein Boot organisiert werden, dass zur Hauptinsel bis zu 5 Stunden unterwegs ist.

 

Auf den meisten Inseln gibt es Volksschulen. Danach geht es für viele Kinder mit Schulbooten jeden Morgen zu höheren Schulen auf andere Inseln oder zu Internatsschulen nach Viti Levu, der Hauptinsel. Religion ist wichtiger Teil des täglichen Lebens. Sonntag ist Kirchentag, auch in den Schulen wird mit religiösem Schwerpunkt unterrichtet und in vielen Familien wird vor dem Essen gebetet. Ein Großteil der einheimischen Bevölkerung lebt wie vor 100 Jahren noch vom Fischfang oder arbeitet in einem der Touristenresorts bzw. verkauft Kleinigkeiten wie selbst gebastelten Schmuck aus Muscheln oder Bast an Touristen.

Das Leben ist sehr, sehr einfach, wenn man nicht gerade in einem der Luxusresorts übernachtet. Viele Unterkünfte haben nur kaltes Wasser, die Hütten bestehen oft nur aus Bett, einem Waschbecken und Dusche und es kann schon einmal vorkommen, dass es über längere Zeit keinen Strom gibt. Dafür bekommt man die Möglichkeit, das Südseeparadies preiswerter kennen zu lernen und mit den Leuten in Kontakt zu kommen.

Wenn man Glück hat, wird man vielleicht auch zu einer der traditionellen „Kava-Zeremonien“ eingeladen. Kava ist ein Getränk aus der Wurzel einer leicht berauschend wirkenden Pfeffer-Pflanze, die fein gemahlen und mit Wasser aufgegossen wird. Aus einer Kokosschale wird allen Teilnehmern, die auf einer Bastmatte am Boden um das Gefäß sitzen, Kava gereicht. Mit dem Wort „Bula“, einem einfachen Händeklatschen und einem Lächeln wird die Schale entgegen genommen, in einem ausgetrunken und wieder retour gereicht. Danach muss derjenige dreimal zum Dank wieder klatschen. Der „Ranghöchste“ bekommt immer die erste Schale. Das Ritual kann bis spät in die Nacht andauern und wird unter den Fijis sehr ernst genommen.

Wir haben Kava probiert. Es schmeckt ein wenig wie „Abwaschwasser“ und sieht auch so aus. Aber die Lieder, Musik und Gespräche, die sich während der Zeremonie ergeben, sind ein Erlebnis.

Auf Fiji benötigt man tagelang keine Schuhe und ist nur barfuß unterwegs. Mit kleinen Booten wird man von Insel zu Insel oder zur Fähre gebracht, die jeden Tag einmal die Inselgruppen mit dem Mainlaind verbinden. Es ist sehr einfach und unkompliziert, hier individuell zu reisen. Ein wenig Geduld muss man mitbringen, alles läuft nach „Fiji-Time“. Und am Wort „Bula“ kommt man ohnedies nicht vorbei.


Eines ist klar:

Man sehnt sich schon nach Fiji zurück, wenn man noch gar nicht abgereist ist.

Bula!


Evelyn Priesch und Werner Savernik, 2011
FRANGLE.org - Reisen und Helfen



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