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Neuseeland - Alles Kiwi!

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Welcome to Kiwi

Pinguine und Kühe in unmittelbarer Nähe, Gletscher und Strand nur eine Fahrtstunde entfernt – wir sind in Neuseeland angekommen, und wow - wir sind einfach begeistert. China, von wo wir nach 11 Stunden Flug gelandet sind, und Neuseeland sind nicht zu vergleichen. Die Kiwis, so nennen sie sich selbst) sind offen, gutgelaunt, kontaktfreudig und für uns Europäer fast ungewöhnlich freundlich. China war im Vergleich sehr verschlossen und Kommunikation nicht zuletzt aufgrund der fehlenden gemeinsamen Sprache beinahe nicht möglich.

 

Das Kiwi-Englisch ist zwar recht gewöhnungsbedürftig (Ein „please go to the chicken counter“ am Flughafen entpuppte sich als Aufruf zum „check-in counter“ zu gehen) aber nach einigen Tagen und etwas Kreativität geht’s dann doch.

 

Beinahe vier Wochen haben wir für Nord- und Südinsel eingeplant. Da es für die Größe und die bergige Landschaft recht knapp ist, haben wir ein kleines weißes linksgesteuertes Auto gemietet - rechtsgesteuert natürlich. An den ersten Tagen ist es schon ungewöhnlich links zu fahren und da auch der Blinker auf der falschen Seite ist, passiert es anfangs regelmäßig, dass man bei abbiegen den Scheibenwischer einschaltet ;-)

 

Das Busnetz ist zwar sehr gut ausgebaut und die Tarife sehr gering, bei wenig Zeit macht aber auf alle Fälle ein Auto Sinn, da gerade hier vor allem der Weg und die Landschaft Ziel der Fahrt sind. Wenn Ihr länger in Neu Seeland seid, solltet Ihr ein Auto oder einen Campervan. In vielen Hostels findet Ihr Anzeigen und wenn eine Warranty of Fitness (TÜV bzw. Pickerl) vorhanden ist, so ist eine Anmeldung sehr einfach möglich. Am Ende der Reise könnt ihr das Auto problemlos verkaufen oder für eine geringe Pauschale verkaufen lassen.

Auf der Südinsel haben wir die Uferstraße Richtung Süden nach genommen und sind schließlich in Dunedin gelandet. Eine nette Kleinstadt im viktorianischen Stil, die sich den Charm des letzten Jahrhunderts behalten hat. Dunedin liegt in einer fjordähnlichen Bucht, die von der Halbinsel Otago geschützt ist. Dort finden sich neben Seehund-Kolonien auch Albatrosse und sogar Pinguine. Genauer gesagt sind es die kleinsten Pinguine der Welt, die in der Dämmerung in der Pilots-Bay an Land kommen und den Strand entlang zu Ihren Nestern watscheln. In Dunedin ist es uns auch passiert, dass wir am Abend bei Regen und 8°C schlafen gingen und am nächsten Morgen bei wolkenlosem Himmel und Sonnenschein und 33°C aufwachten. Solche Wetterumschwünge sind hier sehr häufig und durch den ständig wehenden Wind auch sehr schnell möglich. In Dunedin fanden wir auch ein wundervolle Strände. Durch Zufall fanden wir Long Beach im Norden der Stadt, der aufgrund des Zusammenkommens von Bergen im Hinterland, eines Flusses und eines wundervoll endlosen Sandstrandes einfach unübertrefflich schön ist. An diesem Platz sehen wirklich die Schafe und Kühe auf den Strand hinab.

Das Hinterland ist dem österreichischen Almenland nicht unähnlich lediglich der Wind trocknet den Boden rasch aus und daher findet man an jedem Acker und jeder Wiese eine Bewässerungsanlage.

Auch einen Kitestrand haben wir in Dunedin gefunden. Direkt am Ende des Fjords, nahe dem Hafen bietet eine Bootsslipstelle einen guten Einstieg ins doch recht antarktische Wasser.

 

Nach Dunedin sind wir weiter nach Arrowdown, einem ehemaligen Goldgräberdorf in den Bergen, die viele ihrer antiken Gebäude mustergültig renoviert hat. Die Szenerie wirkt jedoch aufgrund der vielen Touristen eher wie Disneyland und daher sind wir recht rasch ins nahe Queenstown weitergefahren.

Diese Stadt ist ein wahres El Dorado für Outdoorfans. Hier kann man aufgrund der wunderbaren Umgebung nahezu jeden Sport und jede Action erleben und mitmachen: Bergsteigen, Mountainbiking, Rafting, Bungeejumping, Skidiving, Canyoning, Jetboat, Helikopterflüge usw.

Aber man muss auch viel Geld einpacken, da sich die Anbieter die Action auch gut zahlen lassen.

Zurück über die Berge in den Norden der Südinsel sind wir schließlich in Nelson angekommen. Das Klima hier ist einfach traumhaft. Nahezu jeden Tag scheint hier die Sonne und das Meer ist bereist deutlich wärmer als im Süden. Nelson ist neben seinen drei Nationalparks auch für die nahezu perfekten Kitestrände bekannt. Wir haben einen Traumtag erwischt: konstante 4-5 Bft. kristallklarer blauer Himmel und von Flachwasser bis zu einer Dünung von knapp 1,5 Meter war alles dabei. Lediglich auf die Sonne sollte man hier in NZ aufpassen, da schon eine halbe Stunde ohne Sonnenschutz zu einem gehörigen Sonnenbrand führen kann.

 

In Nelson lebt es sich gänzlich gemütlich, die Leute sind noch freundlicher und entspannter als man es ohnehin schon von den freundlichen und entspannten Kiwis gewohnt ist. Kaum einer lässt Dich ohne eine kurze Konversation gehen. Egal, ob beim Geldwechseln, im Supermarkt oder bei einem zufälligen Treffen am Strand – jeder begrüßt Dich nett als ob er Dich schon lange kennt und fragt was Du heute gemacht hast, wie lange Du schon hier bist und was Du noch vorhast...

Morgen geht´s dann zum Abel Tasman National-Park - ca. 6 Stunden Wandern entlang der Küste...

 

Nelson und Abel Tasman Nationalpark

Da wir schon in Nelson sind, bietet sich natürlich eine Wanderung im Abel Tasman-Nationalpark an. Es ist zwar der kleinste Nationalpark Neuseelands, dafür hat er aber die meisten Besucher. Und das voll zu Recht. Man kann die gesamte Küstenlinie entlang wandern und in kleinen Unterkünften oder im eigenen Zelt auf vielen Campingplätzen unterwegs nächtigen. Es gibt auch ein tolles Service das Water-Taxi, das einen zum gewünschten Ausgangspunkt der Wanderung führt, sodass man den Track nicht hin und retour gehen muss.

Am Vortag war Wind und da wir lange am Wasser Kitesurfen waren, wählten wir eine gemütliche Tour mit knapp 5 Stunden Gehzeit. Wir gingen nach knapp 30 Minuten im Speedboat in Torret Bay an Land und begannen den Tag mit einem herrlichen Frühstück am Strand.
Schon nach wenigen Minuten ging es in den Urwald, der direkt bis ans Meer reicht. Riesige Farne, die eher Palmen gleichen und eine ungewöhnlich variantenreiche Vegetation überraschen uns nach jeder Wegesbiegung. Das Gelände wechselt ständig und führte uns nach knapp zwei Stunden zu einem tollen Platz, dem Kleopatras-Pool. Hier bildeten Felsformationen einen natürlichen Pool inklusive einer Wasserrutsche. Das Wasser ist zwar mit etwa 12°C empfindlich kalt aber einen solchen Spaß kann man sich einfach nicht entgehen lassen und muss einfach hineinspringen. Kaum eine viertel Stunde entfernt wartet schon die nächste tolle Action: Ein Sprung von einer Sandsteinklippe in das kristallklare Wasser des Flusses erfrischt und macht Lust auf´s Weiterwandern.

Immer wieder kann man zu einsamen wundervollen Buchten hinabsteigen, die entlang des Weges wie auf einer Perlenkette aufgefädelt auf ein Picknick warten. Wir hatten ja genug Zeit, also nutzen wir eine geschützte Bucht für eine ausgedehnte Rast eher wir den Track bis ans Ende gingen.
Nach knapp zehn Stunden waren wir wieder am Ausgangspunkt und gerade noch rechtzeitig um 20 Uhr zu Pudding und Eis zurück im Hostel in Nelson.
Das Tasman Bay Backpackers-Hostel in Nelson können wir Euch aber nicht nur wegen des wundervollen Gratis-Schokopuddings empfehlen. Das eigentümergeführte Hostel ist so richtig gemütlich und man fühlt sich sofort wie zu Hause.

Auf den Spuren von Herrn Frodo nach Mordor 

Nach einer sensationellen Überfahrt von Picton nach Wellington über die Cook-Straße sind wir inzwischen auf der Nordinsel angekommen. Wellington, die Hauptstadt Neuseeelands gibt sich äußerst cool. Hunderte von Skatern düsen durch die Stadt und generell sind die Leute hier sehr entspannt und noch lockerer als gewohnt. Die Stadt hat für seine geringe Größe ein tolles kulturelles Angebot und ein Museum, wo sich die größen Städte Europas einiges abschauen können. Es gibt aber auch unzählige Bars, Clubs und Restaurants, die zum Durchhängen und Entspannen einladen. Hier lässt es sich wirklich länger aushalten.

Weiter im Norden befindet sich der Tongariro Nationalpark. Schon die Fahrt dorthin ist wirklich sehenswert. An jeder Ecke könnte man aussteigen und Fotos oder Videos machen. Der Park selbst ist auf einer vulkanischen Hochebene mit drei riesigen aktiven Vulkanen. Ein Alpine-Crossing ist einfach ein Muss. Nach einem gemütlichen Ankunftstag mit einem kleinen Walk in einem Kiwigebiet (wir haben natürlich keinen der scheuen Vögel gesehen) und einer Mountainbike-Tour haben wir am zweiten Tag die Megatour gestartet.



Direkt nach dem Start um 7 Uhr Früh ging es auch schon ca. zwei Stunden bergauf bis zur Abzweigung die direkt zum aktiven Vulkan Ngauruhoe führt. Da wir noch vollkommen fit waren, nahmen wir den Hike bis zum Kraterrand auf 2290 Meter in Angriff. Und es war eine echte Challenge: Es wurde stetig steiler und steiler. Das Vulkangestein wurde immer poröser und das Gelände unwegsamer. Bis zum Peak waren wir weitere zwei Stunden unterwegs, wurden aber mit einem mystisch-schönen Ausblick in einen aktiven Vulkan belohnt. Der Abstieg gestaltete sich schwieriger als erwartet, da sich ständig die Steine lösten und wir einfach eine gerade Rinne wählten und den Vulkan hinabrutschten- inkl. Stürze und massig Geröll und Sand in den Schuhen.

Von der Schwefelstadt Rotorua bis zur Fischauktion auf Coromandel 

Rotorua ist Maori-Hauptstadt des Landes und es blubbert an allen Ecken aufgrund der unzähligen heißen unterirdischen Quellen in der ganzen Umgebung. Rotorua liegt am Ausläufer des Vulkangebietes rund um den Tongariro Nationalpark. Man bemerkt es an dem unangenehmen Schwefelgeruch, der sich über die gesamte Stadt ausbreitet.

 

Rund um die Stadt gibt es einige Spas, in denen man das vulkanisch heiße Schwefelwasser genießen kann oder mangeht einfach im Stadtpark spazieren und findet Bereiche, aus denen es dampft und der vermeintlich angelegte See doch Vulkanschlamm enthält und die Temperatur die Fische zum schwitzen bringt. Wir waren fasziniert von der Selbstverständlichkeit der Quellen in der Stadt.

Highlight eines Abends in welcher Hinsicht auch immer, war unser Besuch eines „Maori-

Experiences“, dass wir nur jenen empfehlen können, die viel Geld für ein wirklich touristisch gestaltetes Erlebnis gemeinsam mit 300 weiteren Besuchern ausgeben möchten. Wir besuchten Mitai-Village, ein von Nachfahren gestaltetes Maori-Dorf. Wir wurden durch den Wald geführt, bekamen eine doch beeindruckende Vorführung des berühmten Haka-Tanzes, einige Infos zur Lebensweise und dann ging es zum Hangi-Essen, ein auf heißen Steinen zubereitetetes Mahl, dass sich leider als Bierzeltprogrammpunkt mit Saxophon-Entertainment herausstellte...

 

 

 

Von Rotorua fuhren wir weiter an die Ostküste nach Mt. Manganui und Tauranga. Der Strand dort ist genial.. So hingen wir einen ganzen Tag am Meer durch und kochten am Abend im Hostel.

 

Die Coromandel Peninsula war als nächste Etappe geplant. Wir kamen erst abends nach einer tollen Fahrt über grüne Hügel, Weideflächen, Wälder und Küstenlandschaft im kleinen Ort Whitianga an und hatten Glück, nach längerem Suchen doch noch eine Unterkunft bekommen zu haben. Endlich sind wir auf unserem Weg auch auf unzählige Kiwi-Plantagen gestoßen und wissen nun, wie sie wirklich wachsen. Bis jetzt sind wir nur im Supermarkt auf Kiwis aus Italien gestoßen.

 

Durch Zufall kamen wir auch bei einer Charity-Fisch-Auktion vorbei. Eine halbe Stunde später waren wir stolze Besitzer zweier riesiger Butterfische, die wir dann noch mühevoll entschuppen mussten, bevor sie in die Pfanne kamen. Es war ein tolles Festessen.

 

Einen Tag später fanden wir uns badend in einem heißen Sandloch am Hot Water Beach der Peninsula wieder. Auf diesem Strand gräbt man an gewissen Stellen ein Loch in den Sand und stößt so auf heißes Wasser aus einer unterirdischen Vulkanquelle. Bewaffnet mit einer Schaufel waren wir natürlich mitten drin im Geschehen und gruben uns unseren eigenen heißen Spa.

 

Zwei weitere Tage auf der Peninsula verbrachten wir direkt im Ort Coromandel, einer alter Goldgräberstadt gleich, mit Saloon, vielen Cafes, einer kleinen Bücherei, einem Supermarkt und vielen kleinen Häuschen im viktorianischen Stil.

 

Wir saßen gerade in einem Cafe in der Innenstadt als wir die Nachricht hörten, in Christchurch hätte es vor einer Stunde ein Erdbeben gegeben. Die ersten Bilder kamen übers Fernsehen, dass alle mitverfolgten. Weitere Nachrichten über zerstörte Gebäude, verletzte Menschen, Aufrufe, nicht auf die Straße zu gehen, die Telefonleitungen frei zu halten und ähnliches folgten. Wir waren schockiert, waren wir doch erst vor einer Woche genau dort durchgefahren. So weit das Unglück gott sei Dank von uns entfernt war, nahe ging es uns trotzdem...

 

Neuseeland - Endless Summer

Die Wettervorhersage sagte für die nächsten Tage an der Ostküste Wind voraus.Dass hieß für uns, wir fahren noch einmal quer über die Nordinsel nach Raglan zum Kitesurfen. Raglan wurde durch den legendären 1966 gedrehten Surfmovie „Endless Summer“ bekannt und daher war klar, dass wir auch hier her kommen mussten.

 

Nach zwei tollen Kitesurftagen, war uns Meeresgott Neptun nicht mehr ganz so gnädig und drehte uns mitten am Wasser den Wind ab. Das bedeutete für uns, Kite im Wasser, nach einer Stunde und 3 km mit der Strömung schwimmen, strandete wir umgeben von hunderten Schafen in einer einsamen Bucht.

Thanks an Rob, der uns mit seinem Motorboot zurück zum Kitestrand brachte!! Jetzt heißt es, den Kite, der nähere Bekanntschaft mit den Klippen machte, zu reparieren und unser Equipment für Tonga vorzubereiten denn in zwei Tagen geht es weiter auf die Südseeinsel...


Neuseeland können wir jedem wärmstens empfehlen. Das Leben ist so ganz anders als bei uns, unbeschwerter und weniger kompliziert. Die Leute sind unglaublich freundlich, man fühlt sich gleich wohl und genießt die selbst ernannte Freiheit, wenn man durch die wunderschöne Landschaft fährt.
Für Nord- und Südinsel würden wir auf alle Fälle mindestens drei aber eigentlich so lange wie irgendwie möglich einplanen. Es gibt so viel zu sehen, so viele Plätze zu besuchen und das Leben hier ist einfach toll. Wenn ihr Tipps für eure Reise von uns braucht, dann schreibt uns jederzeit gerne. Und wir haben jetzt schon beschlossen, nach Neuseeland werden wir ganz sicher irgendwann zurückkehren. 

Evelyn und Werner, Februar 2011
FRANGLE.org - Reisen und Helfen

 

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