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Auf Charles Darwins Spuren auf Galapagos

Blickt man auf die von Kratern gekrönten Vulkane und die noch klar voneinander zu unterscheidenden Lavaströme, so gelangt man zu der Ansicht, dass sich hier vor nicht allzu langer Zeit der Ozean noch ununterbrochen ausbreitete. Es scheint so, als kämen wir dem großen Ereignis, dem Geheimnis der Geheimnisse - dem ersten Erscheinen neuer Lebewesen auf dieser Erde - immer näher." - Charles Darwin, "The Voyage of the Beagle"
Vor ungefähr zehn Tagen sind wir vom Festland Ecuadors nach 2 Stunden Flug hier auf Galapagos angekommen. Nur einige der vielen Inseln sind besiedelt, wie Santa Cruz, auf der sich auch der Flughafen befindet und die Touren zu den anderen Inseln starten.
Was man von den Galapagos-Insen sieht, sind nur die Spitzen riesiger Schildvulkane, die sich von einigen zehntausend Metern vom Meeresboden erheben. Die jüngsten Inseln entstanden vor rund 4-5 Mio Jahren, der Entstehungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Immer noch sind viele der Vulkane aktiv. Die Tiere kamen vom Festland, so gibt es nur bestimmte Tierarten, die es bis hierher schafften, und auch ihre natürlichen Feinde zurückließen. Aus diesem Grund sind die Tiere auch so zutraulich und zeigen keinerlei Scheu vor dem Menschen.

Die Inseln sind nur per Boot erreichbar, zu näheren Inseln werden Tagestouren von Santa Cruz angeboten, möchte man zu abgelegeren Inseln gelangen, muss man etwas tiefer in die Tasche greifen und mit einem der vielen Schiffe hier für mehrere Tage auf Entdeckungstour gehen. Bucht man diese Variante vor Ort auf Santa Cruz, ist sie um ein Vielfaches günstiger als von Europa aus. Die Auflagen zu Gunsten des Natur- und Artenschutzes hier sind streng. Die Tourismusverantwortlichen haben aus Fehlern der Vergangenheit gelernt, nirgendwo sonst wird nachhaltiger Tourismus so gelebt wie hier.

Charles Darwin, ein englischer Naturforscher, der 1835 auf seiner Weltumsegelung auch auf Galapagos Halt machte, war der erste, der beobachtete, wie sich jede Tierart mit der Zeit veränderte und sich den Gegebenheiten anpasste um zu überleben. Seine zahlreichen Beobachtungen waren Basis für seine Evolutionstheorie.

Wir durften die Inseln neun Tage lang erkunden und waren überwältigt von den bizarren Landschaftsformen, der lebendigen reinen Natur und dem besonderen Tierreich. Viele der Tiere hier sind endemisch, sie sind nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. Das Gefühl auf einem Strand mit hunderten von Seelöwen zu sein, ist unbeschreiblich. Nirgendwo sonst ist die Natur so hautnah erlebbar wie hier.
Wir konnten zwei Galapagos-Wasserschildkröten bei der Paarung beobachten, ein Kormoran fütterte sein Junges, ein Gelbschnabel-Albatross versuchte, einen für ihn viel zu großen Fisch hinunterzuwürgen und ließ ihn in seinem Maul herumbaumeln, bevor er ihn doch wieder ausspucken musste, ein Seelöwen-Baby saugte Milch an seiner Mutter, Tölpel-Vögel mit auffallend blauen Füßen nisteten am Wegrand, riesige Galapagos-Schildkröten mit einem Durchmesser von mehr als einem Meter schleppten ihren Panzer gemächlich voran, und die nur hier vorkommenden Land- und Marine-Iguanas liegen überall in grossen Mengen auf den Wegen, sodass man acht geben musste, auf keinen zu treten.


Jede der Inseln ist einzigartig und hat seine eigenen Tiere und Landschaften. Wir fühlten uns bei unseren Erkundigungen wie inmitten einer National Geographic-Dokumentation im Fernsehen. Die Besucherzahlen auf den Inseln sind streng geregelt, die Tiere dürfen nicht berührt werden und auch kein Essen und keine Pflanzen dürfen auf die Inseln gebracht oder von den Inseln mitgenommen zu werden um den Artenreichtum zu erhalten und keine "Feinde" auf die Inseln zu bringen. Die Wege sind genau vorgegeben und markiert, die Tiere zeigen sich davon und uns Besuchern aber vollkommen unbeeindruckt. So steigt man immer wieder über Nistplätze der Vögel oder Iguana- und Seelöwen-Kolonien.

Viel Zeit haben wir auch im und unter Wasser verbracht und sind riesigen Meeresschildkröten, Marine-Iguanas, Pinguinen und Seelöwen begegnet, die reges Interesse an unseren Taucherbrillen gezeigt haben. Man gewöhnt sich langsam auch an die vielen Haie, die immer wieder zu sehen sind und "ungefährlich" nahe kommen, wie uns unser Guide versichert hat.

Das Feuer an Bord unseres Schiffes, dass am dritten Tag im Maschinenraum direkt unter unserer Koje ausbrach, und uns ohne Strom im Dunkeln an Deck verbringend, zum nächsten sicheren Hafen drängte, holte uns aus unseren Insel-Träumen wieder ein wenig in die Realität zurück. Aber schon am nächsten Tag brachen wir wieder neu auf. Für uns sind die Inseln hier ein magischer Ort, der auf unserer Erde einzigartig ist.
Wir hoffen, dass die Bemühungen, die besondere Natur hier zu erhalten, noch lange weiter bestehen bleiben und die Tiere hier noch lange so unbeschwert leben können wie wir sie hier getroffen haben.


Evelyn & Werner
FRANGLE.org, August 2011


