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FRANGLE.org zu Besuch bei CENIT in Quito-Ecuador

Mit einer langen Einkaufsliste mit vielen unbekannten spanischen Wörtern, die uns unser Projekt CENIT in Quito, Ecuador geschickt hatte, verbrachten wir an einem Montagmorgen zwei Stunden in einem Papier- und Schulwarengeschäft mitten in der Stadt. Wir hatten uns dafür unbewusst den optimalsten Tag ausgesucht, es war der erste Schultag in Quito nach einem Monat Schulferien und so drängten Mütter und Väter mit uns in das kleine Geschäft. Fünf große Kartons wurden es schließlich, voll mit Schulheften, Stiften, Zirkeln, Linealen, Mappen, Klebstoffen, Plastilin, Bastelkartons und unzähligen weiteren Dingen. Wir verstauten alles in einem Taxi und machten uns auf den Weg zu unserem Projekt im Süden der Stadt.
In den zwei Tagen davor erkundeten wir die Hauptstadt und stießen auf auffallend viele Kinder, die in den Straßen mit Bauchläden bestückt Zigaretten, Süßigkeiten, Rosen und sonstigem Kleinzeug verkauften. Sie wirkten herzzerreissend, waren schmutzig, oft noch ganz klein und bis spät abends in der Dunkelheit unterwegs. Andere zeigen "Kunststücke" auf Straßenkreuzungen, putzen Schuhe oder arbeiten auf den Märkten als Gemüsearbeiter.


CENIT "Centro de la La Niña Trabajadora" kümmert sich genau um diese Kinder. Wir waren sofort begeistert von dem Projekt und wussten, unsere Hilfe ist hier genau in die richtigen Hände gekommen.
Wir trafen uns mit der Direktorin sowie der Koordinatorin der Volontärsarbeiter. Insgesamt arbeiten rund 50 Personen dort, darunter auch zwischen acht und zehn Volontäre. Was uns überraschte war, dass all die Straßenkinder nicht in "Banden" organisiert sind, sondern bei ihren eigenen Familien ein Zuhause haben. Allerdings leben sie in so ärmlichen Verhältnissen, dass die Kinder zum Einkommen durch Straßenarbeit beitragen müssen. Sie gehen daher auch nicht zur Schule, sind oft in ihrer Entwicklung zurückgeblieben und nicht selten auch physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt.


Wie uns die Direktorin erklärt, lastet auf ihnen oft der Druck, einen Mindestgeldbetrag pro Tag einzunehmen, da sie sonst geschlagen werden. CENIT geht auf die Straßen und Märkte, sucht nach solchen Kindern und versucht mit intensiven Gesprächen mit deren Eltern die Kinder von der Straße in das kostenlose CENIT-Projekt einzugliedern. Bis zu 650 Kinder sind es derzeit, die in zwei Schuleinheiten unterrichtet werden. Aus akutem Platzmangel werden die Schüler in zwei Grupppen geteilt, die entweder am Vormittag oder Nachmittag in die Schule gehen oder eine Kurzausbildung als Bäcker, Friseur oder Schneider erhalten.

Volontäre mit Basis-Spanischkenntnissen, die mindestens zwei Monate mithelfen und unterrichten möchten sind gerne willkommen. Wie bei den meisten FRANGLE-Projekten ist auch diese Freiwilligenarbeit kostenlos für die Volontäre. Lediglich ein einmaliger geringer Beitrag von etwa € 70,- ist zu bezahlen, der allerdings gratis Trinkwasser und die Betreuung während der gesamten Zeit beinhaltet. Unterkünftmöglichkeiten gibt es bei umliegenden Familien oder in Hostels in Quito. Die wirklich tolle Koordinatorin Gladis gibt dazu gerne Auskünfte.

Generell muss man natürlich in Quito, wie in allen lateinamerikanischen Großstätten, mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko rechnen. Kleinere Delike und Raubüberfälle stehen auf der Tagesordnung und bei einem Aufenthalt von einem Jahr in Südamerika ist es sehr wahrscheinlich, dass einem seine Fotokamera oder seine Geldtasche einmal gestohlen wird. Durch bewussten Umgang (wenig Bargeld, Trennung von Geld und Kreditkarte, Wertachen nicht sichtbar tragen, Nutzen von Tresoren, etc.) kann man das Risiko jedoch stark reduzieren.

Die Direktorin und die Koordinatorin Gladis von Cenit mit Evelyn Priesch von FRANGLE.org


